Haben Sie sich jemals gefragt, wie Krieg riecht? Oder der Duft der Liebe, der heilige Duft der Religion oder der schwere Gestank des mittelalterlichen Paris? Eine neue Ausstellung in Deutschland bietet Besuchern die Möglichkeit, Geschichte durch den Geruchssinn zu erleben.

Die Ausstellung „Die geheime Kraft der Düfte“, die im Kunstpalast in Düsseldorf für die Öffentlichkeit zugänglich ist, nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch mehr als 1.000 Jahre Kulturgeschichte und verbindet Düfte mit Kunstwerken, schrieb die Nachrichtenagentur. Associated Press.

„Diese Ausstellung ist ein Experiment und eine Einladung an unser Publikum, die Geschichte der Düfte mit der eigenen Nase zu entdecken“, sagte der Generaldirektor des Museums, Felix Krämer.
Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und reicht von mittelalterlichen religiösen Artefakten bis zur zeitgenössischen Kunst des 21. Jahrhunderts. Ihre 37 Räume sind mit Aromatherapiegeräten ausgestattet, die 81 verschiedene Düfte verströmen und so Verbindungen zwischen historischen Epochen und Kunstwerken herstellen.
In einer dunklen Halle, in der christliche Holzskulpturen ausgestellt sind, werden die Besucher vom Duft der Myrrhe empfangen, einem Symbol für Gebet und spirituelle Reinigung im Christentum, aber auch im Judentum und im Islam.
ebenfalls „Eau de Cologne“ und andere Geschichten aus Köln
Düfte, so erklärt die Ausstellung, rufen stärkere emotionale Reaktionen hervor als alle anderen Sinne. Dies wird besonders deutlich, wenn Besucher den Bereich zum Ersten Weltkrieg betreten: Sobald sie den Knopf drücken, strömt ihnen ein Gemisch aus Schießpulver, Blut und Schwefel entgegen.
„Jeder, der Krieg auch nur beiläufig erlebt hat, wird diesen Geruch hassen. Hier kann man seine Brutalität riechen“, sagte der Kurator der Ausstellung, Robert Müller-Grünow, ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Dufttechnologie.
Seinen Angaben zufolge handelt es sich um die weltweit erste Ausstellung, die Düfte in dieser Form, diesem Format und diesem Umfang in Museen präsentiert.

Auf der anderen Seite des sinnlichen Erlebnisses zeigt ein Gemälde von Peter Paul Rubens aus dem Jahr 1610, „Venus und Adonis“, Liebende, die sich in einer leidenschaftlichen Atmosphäre umarmen.
„Dieser Raum erzählt von Leidenschaft und Emotionen. Die Aromen hier werden von Rosen und dem Duft der Zibetkatze dominiert, der im 17. Jahrhundert als verführerisch galt, heute aber von vielen als unangenehm empfunden wird“, erklärte Müller-Grünow.
Ein weiterer starker Geruch ist der des mittelalterlichen Paris, eine Mischung aus Abwasserkanälen, Schimmel und ungewaschenen Körpern, die bei manchen Besuchern Hustenreiz auslöste.
ebenfalls
Das Deutsche Historische Museum bietet einen neuen Zugang zu den Nachkriegsjahren

Im Gegensatz dazu strahlt die Halle, die die 20er Jahre repräsentiert, Energie und Optimismus aus.
Es zeigt das Gemälde „Abschied aus Düsseldorf“ des deutschen Künstlers Gert Wollheim, das die Befreiung der Frauen jener Zeit darstellt, als sie begannen, roten Lippenstift zu tragen, sich die Haare kurz zu schneiden und in der Öffentlichkeit zu rauchen.
Hier liegt der Duft von Tabak, Vanille und Leder in der Luft, eine Mischung, die an klassische Parfums wie „Tabac Blond“ des französischen Hauses „Caron“ erinnert, das 1919 auf den Markt kam.
Im Bereich der modernen Kunst werden die Besucher neben Werken von Andy Warhol, Yves Klein und Günther Uecker mit zeitgenössischen Düften konfrontiert, die an bekannte Marken wie Coca-Cola oder die deutsche Fluggesellschaft Eurowings erinnern, die beim Einsteigen der Passagiere in das Flugzeug einen entspannenden Duft in der Kabine verströmt.

Die Ausstellung thematisiert auch den Einsatz von Düften im Marketing und in der modernen Parfümtechnologie, einschließlich des Moleküls „Iso E Super“, eines Duftstoffs, der zwar wie eine Art Treibstoff klingt, aber tatsächlich ein Inhaltsstoff ist, der eine holzige und ledrige Note verleiht.
„Es hat einen holzigen Duft, aber auch etwas sehr Warmes und Menschliches. Es ist ein Duft, der einen in seinen Bann zieht“, erklärte Müller-Grünow.
ebenfalls
Die Magie der Unendlichkeit – Yayoi Kusama bricht Rekorde
Die Ausstellung „Die geheime Kraft der Düfte“ ist noch bis zum 8. März zu sehen, und für viele Besucher war es ein völlig neues Erlebnis.

„Ich war schon einmal in dieser Sammlung, aber jetzt ist es etwas ganz anderes. Die Düfte, die zu den Gemälden und Epochen passen, machen das Erlebnis viel spannender“, sagte Besucherin Kirsten Gnoth.