Eine Ausstellung der Künstlerin Yayoi Kusama hat sich zur erfolgreichsten Ausstellung in der Geschichte des Kölner Museums Ludwig entwickelt. Mehr als 450 Besucher haben die Galerien des Museums durchstreift, um Werke der exzentrischen 97-jährigen japanischen Künstlerin zu sehen.
Gelbe Punkte und Tentakel, ein unendlicher Spiegelraum, der seinen farbenfrohen Inhalt endlos reflektiert – dies sind nur einige der charakteristischen Elemente der Kunst von Yayoi Kusama.
Alle diese Objekte waren Teil der Ausstellung im Ludwig Museum in Köln.
Die Ausstellung hat alle Rekorde gebrochen und ist die besucherstärkste in der Geschichte des Museums. In den letzten Nächten blieb das Museum bis in die frühen Morgenstunden geöffnet, da die Besucher Schlange standen, um die Werke der 97-jährigen japanischen Künstlerin noch einmal zu sehen.
„Für das Ludwig Museum war dies die erfolgreichste Ausstellung. Unser Museum feiert sein 50-jähriges Jubiläum, und die Kusama-Ausstellung lockte fast 470 Besucher an. Sie kamen, genossen die Ausstellung, empfahlen sie ihren Freunden und teilten ihre Erlebnisse auf Instagram. Selbst am letzten Abend der Ausstellung, bis zwei Uhr morgens, konnten wir noch mehrere Tausend Besucher begrüßen“, sagte Rita Kersting, stellvertretende Direktorin des Ludwig Museums.
Den bisherigen Rekord hielt die Edward-Hopper-Ausstellung, die in den Jahren 2004–2005 stattfand und rund 380 Besucher anzog.
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Die Ausstellung umfasst 300 Werke von Kusama, von ihren Kinderzeichnungen bis zu ihren neuesten Installationen.
„Kusama bringt eine ganz besondere künstlerische Perspektive ein. Die Ausstellung ist gleichermaßen unterhaltsam und berührend, und das ist sehr selten. Es ist ein Erlebnis, das unterhält und gleichzeitig bewegt“, fügte Kersting hinzu.
Yayoi Kusama zählt zu den renommiertesten zeitgenössischen Künstlerinnen und ist spezialisiert auf Pop Art, optische Täuschungen und minimalistische Techniken. Geboren 1929 in Japan, wuchs sie auf dem Bauernhof ihrer Familie inmitten von Kürbissen auf. Den Großteil ihrer Kindheit verbrachte sie im Gewächshaus und der Baumschule ihrer Familie in Matsumoto, im ländlichen Japan der Vorkriegszeit. Diese scheinbar friedliche Landschaft wurde zum Hintergrund ihrer seelischen Qualen und zur Quelle der Inspiration für ihre künstlerische Kreativität. Ihre Mutter misshandelte sie körperlich und seelisch, und Kusama berichtet von häufigen visuellen und auditiven Halluzinationen seit ihrer Kindheit. Sie lebte zeitlebens mit psychischen Problemen, die sie schließlich zu einem freiwilligen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik veranlassten. Ihre Kunst sowie ihre Faszination für Wiederholungen und unendliche Weiten sind für sie zu einem Weg geworden, mit der Angst umzugehen, die sie täglich begleitet.
Das Ludwig Museum gilt dank seiner reichen Sammlung, die bedeutende Werke der Pop Art, des deutschen Expressionismus und der Fotografie umfasst, als eine der wichtigsten europäischen Institutionen für moderne und zeitgenössische Kunst.
„Wir sind überglücklich. Dies ist unsere bisher erfolgreichste Ausstellung mit fast 470 Besuchern. Sie ist gleichermaßen unterhaltsam wie berührend – eine Kombination, die man in künstlerischen Ansätzen selten findet. Darüber hinaus präsentiert sie eine weibliche Perspektive“, erklärte Kersting.
1966 erregte Kusama auf der Biennale in Venedig großes Aufsehen, als sie für ihre Installation „Narcissus Garden“ 1.500 verspiegelte Kugeln verkaufte. Die Ausstellung „Yayoi Kusama“ ergänzt diese berühmte Installation mit Aufnahmen ihrer Performance „Flower of Basara“ von 1985. Nach dem Tod ihres engen Freundes, des Künstlers Joseph Cornell, kehrte Kusama 1973 nach Japan zurück. Vier Jahre später ging sie wieder nach New York. Zunächst erlangte sie mehr Anerkennung als Schriftstellerin denn als bildende Künstlerin. 1987 organisierte das Städtische Kunstmuseum Kitakyushu ihre erste Retrospektive, und zwei Jahre später eröffnete das Center for International Contemporary Arts in New York ihre zweite.
1993 vertrat Kusama Japan auf der Biennale in Venedig mit ihrem Kürbis-inspirierten Infinity Room, der ein Riesenerfolg war und ihr internationalen Ruhm einbrachte. Seitdem wetteifern Kunstinstitutionen darum, immer größere Ausstellungen der Künstlerin zu veranstalten.
Vor nur zwei Jahren verkündete die National Gallery of Victoria in Australien stolz, eine der bis dato größten Kusama-Ausstellungen zu präsentieren – mit zehn Infinity Rooms, der größten Anzahl, die jemals an einem Ort vereint wurde. Die Retrospektive im Ludwig Museum umfasst jedoch weitere 100 Werke sowie einen neuen Infinity Room. Es sind die Details zwischen diesen Werken, die beweisen, dass Kusama selbst das größte Spektakel bleibt.
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Die Ausstellung „Yayoi Kusama“ war bis zum 2. August im Ludwig Museum in Köln zu sehen und wird nun ins Stedelijk Museum in Amsterdam umziehen, wo sie Mitte September eröffnet wird.
Entnommen von „Associated Press“ und „Artnet News“