Valmir Matoshi steht kurz davor, mit Thun den Titel in der Schweizer Fußballelite zu feiern.
Der 22-jährige Mittelfeldspieler zählt zu den Leistungsträgern der Thuner Mannschaft in dieser Saison. Er trägt die Nummer 78 auf dem Trikot, und das aus gutem Grund. Er hat sogar eine schmerzhafte Geschichte zu erzählen.
Matoshi unterzeichnete 2022 im Alter von 19 Jahren seinen ersten Profivertrag bei Thun. Er bat sofort um die Trikotnummer 78. Es war das Geburtsjahr seines Vaters, dem er jeden seiner Erfolge zuschreibt.
Glücklicherweise stimmte Thuni diesem Wunsch zu. Doch nur sechs Monate nach Vertragsunterzeichnung starb Matoshis Vater im Alter von 45 Jahren. Er hatte den achtjährigen Kampf gegen die schwere Krankheit, den Krebs, nicht gewonnen.
Matoshi erzählte seine schmerzhafte Geschichte in einem Interview mit dem Schweizer Medienportal "Bluesport".
„Es sind jetzt drei Jahre vergangen und die Schmerzen sind immer noch groß. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen, damit zu leben“, sagt er.
Nur eine Minute bevor er sich zu dem Thema äußerte, scherzte und lachte Matoshi noch mit seinen Teamkollegen bei einer Autogrammstunde. Jetzt kämpft der talentierte Mittelfeldspieler mit den Tränen. „Er war nicht nur mein Vater, er war mein bester Freund. Er hat mich immer unterstützt. Er liebte Fußball vielleicht sogar noch mehr als ich. Ich danke Gott, dass der Vater noch miterleben konnte, wie sein Sohn seinen Profivertrag unterschrieb und kurz darauf sein erstes Tor in einem Spiel gegen die Schweizer U20 erzielte“, sagt Matoshi. „Ich glaube, er hätte sich keinen schöneren Abschied vorstellen können.“
Matoshi erinnert sich besonders an das Gespräch kurz vor dem Tod seines Vaters. Es war der Tag nach seinem 20. Geburtstag. „Wir waren allein. Er sagte mir, er könne mich von der Tribüne aus nicht mehr sehen, aber er hätte den besten Platz und würde ihn von oben sehen.“
Matoshi versprach seinem Vater damals, sein Bestes zu geben. Und er hielt Wort.
Nun steht Thun kurz vor dem Titelgewinn in der Schweiz.
„Das wäre das Schönste überhaupt!“, sagt Matoshi, wohl wissend, dass seine Mutter und andere Familienmitglieder von der Tribüne aus zusehen würden und sein Vater von oben.
„Er wäre stolz darauf, dass ich den Weg, den wir gemeinsam begonnen haben, fortgesetzt und mein Bestes gegeben habe.“
Der 22-jährige Matoshi ist ein zentraler Mittelfeldspieler und stammt aus dem Kosovo, genauer gesagt aus Suhareka.
In dieser Saison erzielte er in 30 Einsätzen fünf Tore und vier Assists. Mit Thun feierte er den Aufstieg des Teams in die Schweizer Super League und steht nun kurz davor, den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte zu gewinnen.
Matoshi hat seine Ausbildung bei Thun, dem Verein seiner Heimatstadt, absolviert.
Er steht bis 2027 bei Thun unter Vertrag. Matoshi hat acht Länderspiele für die Schweizer U21-Nationalmannschaft bestritten und dabei zwei Tore erzielt. In einem Interview mit KOHA im März dieses Jahres erklärte er, dass er einen Wechsel zum Kosovo nicht ausgeschlossen habe.
Ein weiterer albanischer Mittelfeldspieler, Kastriot Imeri, spielt ebenfalls für Thun. Die Thun-Legende ist Milaim Rama.