Wie Millionen anderer Afghanen werden auch die Uiguren des Landes diese Woche mit einer anderen Realität konfrontiert, in der die Taliban das Sagen haben. Wie andere Afghanen fürchten auch die Uiguren eine schlechtere Existenz unter den Taliban. Sie fürchten aber auch etwas anderes: den größeren Einfluss Chinas.
In China gibt es etwa 12 Millionen Uiguren, die sich in der nordwestlichen Provinz Xinjiang konzentrieren. Seit 2017 sind sie und andere muslimische Minderheiten einer staatlichen Kampagne der Masseninhaftierung, Überwachung und Zwangsarbeit ausgesetzt.
Nun befürchten die uigurischen Gemeinden in Afghanistan, dass China in das von den USA hinterlassene Vakuum eintreten und den Taliban Ressourcen und Legitimität verschaffen und im Gegenzug möglicherweise Informationen über die Uiguren im Land verlangen könnte.
„Das ist derzeit die größte Angst der Uiguren in Afghanistan“, sagte ein Mann in den Fünfzigern in Kabul und fügte hinzu, dass seine Familie ihr Zuhause seit der Machtübernahme der Taliban nicht verlassen habe.
„Wir befürchten, dass die Taliban China helfen werden, unsere Bewegungen zu kontrollieren, oder dass sie uns verhaften und an China ausliefern“, schloss er.
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Alle Uiguren in Afghanistan, die mit der BBC sprachen, sagten, sie seien seit der Übernahme des Landes durch die Taliban praktisch zu Hause verschanzt und hätten nur gelegentlich telefonisch kommuniziert.
„Wir sind jetzt wie ein lebendes totes Volk“, sagte ein anderer Uigur in Kabul. „Zu viel Angst, um überhaupt nach draußen zu gehen.“