Die Schweiz hat am Montag, 1. Mai, erstmals den Vorsitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) übernommen.
In dieser Rolle wolle die Schweiz ihrem Ruf als Vermittlerin und Brückenbauerin gerecht werden, sagte UNO-Botschafterin Pascale Baeriswyl.
Allerdings hat der Ruf der traditionell neutralen Schweiz seit Beginn der unprovozierten Invasion Russlands in der Ukraine Schaden genommen.
„In politisch-diplomatischen Kreisen gibt die Schweizer Aussenpolitik der letzten 18 Monate Anlass zum Kopfschütteln“, sagte der Politikexperte Christoph Frei von der Schweizer Universität St. Gallen gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.
Zu den Gründen gehören seiner Meinung nach die anfängliche Zurückhaltung, sich den Sanktionen gegen Russland anzuschließen, und die anhaltende Weigerung, die Alliierten trotz der neutralen Politik der Schweiz am Transport von Schweizer Munition in die Ukraine zu hindern.
Das Land hat auch eine Einladung der am stärksten industrialisierten Länder (G7) abgelehnt, sich einer Task Force anzuschließen, um die Gelder von Unterstützern des russischen Präsidenten Wladimir Putin aufzuspüren.
„Wir sind auf dem Weg, Freunde zu verlieren“, sagte Frei.
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Russland übernimmt den Vorsitz im Sicherheitsrat
Nach Angaben des Schweizer Aussenministeriums haben die schweizkritischen Berichte zugenommen. Doch bislang gebe es laut Ministerium keine Hinweise „auf eine wesentliche Verschlechterung der allgemeinen Wahrnehmung von uns, die nachhaltige negative Folgen hätte“.
Aufgrund der Kritik an seinem Land habe er nach eigener Aussage feindselige Nachrichten erhalten. Er sagt, dass er in den letzten Wochen Briefe mit Inhalten wie „Du bist ein Landesverräter, ein Kriegstreiber, ein Arsch“ erhalten habe.
Der Vorsitz im Sicherheitsrat wechselt jeden Monat nach einer vorher festgelegten Reihenfolge. Vor der Schweiz hatte Russland den Vorsitz im Sicherheitsrat inne, was ebenfalls zahlreiche Kritik hervorrief./rel