Nach einem 27 Jahre währenden Konflikt wurde der historische Namensdeal für Mazedonien durch die Überwindung der letzten Hürde gelöst: eine Abstimmung im griechischen Parlament und die dort erteilte Zustimmung zu dem Deal, der erneut von fast zwei Dritteln der Griechen abgelehnt wird.
Bis zum Abend vor der Abstimmung kam es vor dem griechischen Parlamentsgebäude zu gewalttätigen Zusammenstößen, bei denen die Menge Feuerwerkskörper und Leuchtraketen zündete. Dies verdeutlichte die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem, was die Politik als historische Errungenschaft betrachtet, berichtet TopChannel.
Für den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras ist der Abschluss des Pakts mit Kosten verbunden: Umfragen zufolge wird er die diesjährigen Wahlen verlieren. Grund für den starken Widerstand in der Bevölkerung ist die gleichnamige Provinz im Norden des griechischen Staates. Die Griechen hegen einen geradezu wilden Stolz auf das Erbe Alexanders des Großen und seines Vaters Philipp II., und in dieser Sackgasse nährt sie das Misstrauen gegenüber den möglichen territorialen Ambitionen des Nachbarlandes.
Doch was passiert mit Mazedonien, nachdem das griechische Parlament nun grünes Licht für den Pakt gegeben hat?
In etwa zwei Wochen wird die Republik Nordmazedonien daraus, wenn gemäß dem Verfahren das Prespa-Abkommen in Kraft treten soll.
Der griechische Präsident muss das Gesetz zur Ratifizierung des Prespa-Abkommens unterzeichnen und im Amtsblatt veröffentlichen lassen. Die Veröffentlichung erfolgt am Montag, dem 28. Januar, und das Gesetz wird damit rechtskräftig.
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Athen muss anschließend den NATO-Generalsekretär über die Ratifizierung des Abkommens informieren. Die Namensänderung wird endgültig, sobald die NATO-Botschafter in Brüssel die Mitgliedschaft unterzeichnet und das griechische Parlament das Protokoll ratifiziert haben. Griechenland muss zudem Mazedoniens Antrag auf EU-Mitgliedschaft unterstützen. Skopje wiederum muss Griechenland und den Vereinten Nationen eine Mitteilung über das Inkrafttreten des Abkommens übermitteln.
Nach der offiziellen Namensgebung werden die bestehenden Verbindungsbüros mit Skopje und Athen in Botschaften umgewandelt. Einer der ehrgeizigsten Punkte der Vereinbarung ist die Einrichtung einer gemeinsamen interdisziplinären Expertenkommission innerhalb eines Monats. Diese soll prüfen, ob auch Schulbücher, Karten und historische Atlanten in beiden Ländern überarbeitet werden sollten.
Ein solcher Prozess dürfte aufgrund der von den Parteien vorgetragenen Nuancen und der von ihnen vertretenen Versionen der Wahrheit eine ziemliche Herausforderung darstellen.
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