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Sami Haxhimusa war 41 Jahre lang im Lehrberuf tätig.

Mehr als die Hälfte seines Lebens hat er mit einem Tagebuch in der Hand verbracht und so das Erbe zahlreicher Generationen weitergegeben. 
Der ehemalige Lehrer Sami Haxhimusa aus dem Dorf Doganaj in Ferizaj gehört zu der Generation von Lehrern, die die Grundlagen der Bildung im Kosovo gelegt haben.

Der heute 88-jährige Haxhimusa erinnert sich an eine Zeit, in der das Unterrichten für ihn mehr als nur ein Beruf war – es war eine Berufung.

„Ich habe fast 38 Jahre lang im Dorf Greme gearbeitet. Ich war auch in Sllatinë i Morava und anderen Orten tätig. Ich habe die Lehrerausbildung abgeschlossen und gehöre zur Generation der Jahrgänge 1956–1961 in Pristina. Damals wurden die Lehrer den Schulen zugeteilt. So unterrichtete ich an mehreren Schulen. Ich war damals Mathematiklehrer in der achten Klasse. Ich war zwar Lehrer, habe aber auch die Aufgaben eines Lehrers übernommen. Ich war auch beim Militär, kehrte aber danach in den Schuldienst zurück und ging 2002 in Rente.“ 

In seinen Anfängen als Lehrer reiste er mangels anderer Transportmittel mit dem Fahrrad.

Für ihn war dies keine Herausforderung, denn der Lehrerberuf lag ihm sehr am Herzen.  

„Das Reisen war damals schwierig, da es oft keine Transportmittel gab. Um nach Viti zu gelangen, war es sehr schwierig, eine Mitfahrgelegenheit zu finden, aber ich fuhr zuerst mit dem Fahrrad und dann mit dem Motorrad. Ich fuhr immer 30 Minuten früher los, um nicht zu spät zu kommen. Ich habe regelmäßig am Unterricht teilgenommen.“  

Sami Haxhimusa ist stolz darauf, dass das Dorf Doganaj für seine zahlreichen Kader im Bildungsbereich und anderen Feldern bekannt ist. 

„Wir haben uns angewöhnt, härter zu arbeiten und hatten immer den Wunsch zu arbeiten. Die Bevölkerung damals liebte und unterstützte uns auch sehr. Damals schickten manche ihre Mädchen nicht zur Schule. Ich bin fast der erste Lehrer, der in Doganaj seinen Abschluss gemacht hat, es gab aber auch andere. Intellektuelle, Pädagogen, Ärzte, Ingenieure usw. sind aus diesem Dorf hervorgegangen.“ 

Der 88-jährige Haxhimusa sagt, dass er im Vergleich zu heute die frühere Zeit des Unterrichtens immer noch nostalgisch vermisst. 

„Damals war der Unterricht auf dem richtigen Niveau. Ich spreche von meiner Generation, in der jeder besser war als der andere. Wir hatten weniger Schulbildung als heute, wo man ein Hochschulstudium absolviert. Ich selbst hatte damals zwölf Jahre Schulbildung. Wir arbeiteten hart, weil wir den Willen dazu hatten. Mir war nicht wichtig, wie viel wir arbeiteten, sondern wie gut wir arbeiteten. Deshalb wurde ich ein erfolgreicher Lehrer. Selbst an den Schulen, an denen ich arbeitete, hatte ich Kollegen ohne Abschluss, die aber ihre Arbeit erledigten. Ihr Wille trieb sie an. Als Lehrer war ich frei. Ich arbeitete so viel, wie ich von anderen Lehrern lernte – ich war in jeder Hinsicht frei. Heute sind Lehrern die Hände gebunden, weil sie mehr in der Verwaltung als im Unterricht arbeiten. Mir gefällt, was die Schüler lernen. Damals unterrichtete ich sowohl Bildung als auch Erziehung. Heute wird Bildung als gleichwertig angesehen, Erziehung aber nicht. Früher wurden Lehrer zumindest mit einem ‚Mirdita‘ begrüßt, heute ist das nicht mehr üblich. Ja, die heutigen Lehrer werden abgehängt.“ Ich sage euch Lehrern: Politik ist nichts für euch, Bildung ist eure Sache, widmet euch ganz dem Unterrichten der Schüler.“ 

Auch nach über zwei Jahrzehnten im Ruhestand wird Haxhimusa von seinen ehemaligen Schülern nie vergessen, betont er, und sie besuchen ihn immer wieder.  

„Ich habe Kontakt zu ehemaligen Schülern, und sie begegnen mir mit großem Respekt. Ich kann es gar nicht richtig erklären, aber sie lieben mich, und ich liebe sie. Ich habe bereits einen ehemaligen Schüler erwähnt, den Arzt Besim Ademi, den ich oft treffe. Ich liebe alle meine ehemaligen Schüler“, sagte Haxhimusa.  

Seine drei Töchter traten ebenfalls in seine Fußstapfen und wurden Lehrerinnen mit über vier Jahrzehnten Erfahrung im Bildungsbereich. 

Inzwischen genießt er seinen Ruhestand im Kreise seiner Nichten und Neffen.

„Ich habe auch Familie, junge Frauen und Mädchen in der Ausbildung. Sie arbeiten als Lehrerinnen. Ich bin zufrieden mit der Ausbildung und der Arbeit meiner Kinder.“ Meine Söhne sind nicht im Bildungsbereich tätig, meine Töchter hingegen schon. 
Die 41-jährige Tätigkeit des ehemaligen Lehrers Sami Haxhimusa wurde von der Gemeinde Ferizaj ebenfalls gewürdigt, als Beispiel für Hingabe im Bildungsbereich.