Skanderbeg war nicht nur ein gewöhnlicher Krieger, sondern auch ein Denker und der letzte Kreuzritter, der Europa im Krieg gegen das Osmanische Reich vertrat. Die Lektüre der Studie „Gjergj Kastrioti Skanderbeg – Der letzte Kreuzritter“, erschienen 2018 in „Fast Track Albania“, Tirana, macht deutlich, dass Skanderbeg im Krieg gegen das Osmanische Reich keine Randfigur war, sondern im Gegenteil eine Schlüsselfigur von großem Gewicht. Denn indem er Albanien verteidigte, schützte er auch andere Länder, was sich in verschiedenen Bündnissen und nicht nur in militärischer Hilfe zeigte. Der Autor präsentiert uns interessante Daten, nicht nur Jahr für Jahr, sondern Monat für Monat, und bietet uns so ein diplomatisches Tagebuch, das seinesgleichen sucht. Auch der Titel „Der letzte Kreuzritter“ ist kein Zufall.
Im breiten Spektrum der Studien und Publikationen zur Persönlichkeit des Nationalhelden Gjergj Kastrioti-Skanderbeg findet sich auch ein interessantes Buch von Virgjil Kule mit dem Titel „Gjergj Kastrioti Skanderbeg – Kryqtari i Fundit“, erschienen 2018 bei „Fast Track Albania“, Tirana. Wir behandeln hier die zweite Auflage, da die erste 2011 von OMBRA-GVG herausgegeben wurde. Das Buch ist in Konzeption, Inhalt und Erzählweise einzigartig und widmet sich wie kein anderes Werk eines albanischen Autors dem politischen und diplomatischen Wirken des Nationalhelden. Kule beleuchtet Leben und Wirken Gjergj Kastrioti-Skanderbegs und konzentriert sich dabei auf die wichtigsten Aspekte seiner Karriere: von seinem Eintritt in die Politik über die Organisation des albanischen Widerstands gegen die Osmanen bis hin zu seinen Verbindungen zu den damaligen europäischen Mächten. Diese Studie versucht zweifellos, einen Überblick über Skanderbegs Rolle bei der Gründung eines unabhängigen albanischen Staates zu geben. Dank der konsultierten Literatur und der präsentierten Dokumente wird Skanderbegs Bedeutung im großen militärischen Bündnis (Kreuzzug) Westeuropas gegen die osmanische Invasion im 15. Jahrhundert deutlich. Dies ist auch unausweichlich, denn Skanderbeg schützte Europa ein Vierteljahrhundert lang vor den Angriffen des Osmanischen Reiches. Mit seinem politischen, diplomatischen und militärischen Engagement bewies er in der Praxis den Schutz der albanischen Zivilisation, die der europäischen in nichts nachstand.
Bei der Analyse von Skanderbegs Rolle und Beitrag im 15. Jahrhundert ist zu beachten, dass in dieser Zeit die Arbëri, genauer gesagt Arbëria, große Opfer brachten, um ihre Identität zu verteidigen und in ihrer Heimat frei leben zu können. Diese Herausforderung war jedoch nicht leicht, da Skanderbeg die damaligen Umstände mit politischem und diplomatischem Geschick meisterte.
Diplomatisches Tagebuch
Von Skanderbegs Rückkehr und der Machtergreifung in Krujë am 28. November 1943 bis zu seinem Tod am 17. Januar 1468 liefert uns der Autor interessante Daten, nicht nur Jahr für Jahr, sondern Monat für Monat, und präsentiert uns so ein diplomatisches Tagebuch, das seinesgleichen sucht. Gerade dieser Ansatz ermöglicht es dem Leser, die Entwicklung der Ereignisse nachzuvollziehen und Skanderbeg in vielerlei Hinsicht besser zu verstehen, wobei in diesem Fall die politische und diplomatische Tätigkeit im Vordergrund steht, die militärische jedoch nicht vernachlässigt wird. Denn laut Autor war Skanderbeg nicht nur ein gewöhnlicher Krieger, sondern ein Denker und der letzte Kreuzritter, der Europa im Krieg gegen das Osmanische Reich vertrat.
Allianzen zum Überleben
Unter diesen gesellschaftlichen und insbesondere militärischen Umständen schuf Skanderbeg neben der Nördlichen Donaufront die Zweite Front auf dem Westbalkan und verhinderte so das Eindringen der Türken in diesen Teil Südosteuropas. Obwohl die Albaner zahlenmäßig unterlegen waren, spielten sie dank Skanderbeg eine wichtige Rolle bei der Verteidigung europäischer Werte. Dieses Vorgehen ebnete zunächst den Weg für die Vereinigung der albanischen Fürstentümer, die am 2. März 1444 im sogenannten Lezha-Pakt besiegelt wurde. Später schloss er zudem Bündnisse mit anderen, vorwiegend von italienischen Mächten dominierten Staaten wie Venedig, dem Königreich Neapel, dem Papsttum Rom, Ungarn usw.
ebenfalls
„Die Geschichte der Grenzen des Preševo-Tals“ – Jenseits der Klischees der Geschichte
Meister der Diplomatie
Dank seines Alters und seiner Erfahrung ist in den neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten das Geschick Skanderbegs besonders zu schätzen, da er sich durch seine Diplomatie auszeichnete, indem er Konfliktsituationen, insbesondere inneritalienische, nutzte, um Frieden und politische Stabilität nicht nur in Albanien, sondern auch in der gesamten Region zu gewährleisten.
Beim Lesen dieser Studie wird deutlich, dass Skanderbeg im Krieg gegen das Osmanische Reich kein Randaspekt war, sondern im Gegenteil eine wichtige Rolle spielte, denn durch die Verteidigung Albaniens schützte er auch andere, was sich in der Praxis durch verschiedene Bündnisse und Hilfeleistungen, nicht nur militärischer Art, zeigte.
Es besteht kein Zweifel, dass ein solches Vorhaben von einem Staatsmann, der das politische und militärische Potenzial der Kreuzzüge meisterhaft nutzte, um unter der Dynastie der Kastriot einen albanischen Staat in Form eines Königreichs zu errichten, in der Praxis hätte umgesetzt werden können. Diese Mission erforderte neben militärischem Genie auch ein außergewöhnliches Talent für Rechtswissenschaft und Diplomatie, das den Lesern in dieser Publikation vom Autor dieses Werkes, das treffend als diplomatisches Tagebuch bezeichnet werden kann, nähergebracht wird.
Beitrag zu historischen Studien
Aus dem Vorangegangenen geht hervor, dass das Buch „Gjergj Kastrioti Skanderbeg – Kryqtari i Fundit“ von Virgjl Kule einen wertvollen Beitrag zur historischen Forschung über unseren Nationalhelden darstellt. Der Autor behandelt mit fachlicher Kompetenz historische Fragestellungen des albanischen Mittelalters und liefert Daten, die für ein breites wissenschaftliches und kulturelles Publikum von Interesse sind.
Wir befassen uns hauptsächlich mit den politischen und diplomatischen Aspekten Skanderbegs, die bisher von keinem albanischen Autor in dieser Form behandelt wurden. Für diese Publikation hat der Autor neben historischer Literatur auch Archivdokumente herangezogen und diese im Kontext der damaligen Ereignisse kommentiert. Sprache und Schreibstil zeugen von der intellektuellen Herangehensweise des Autors.
Das Buch wird zu Recht als diplomatisches Tagebuch bezeichnet, da es das Thema diachron und synchron nach den relevanten Jahren (1443–1467) und sogar nach Monaten und Wochen behandelt und so wie keine andere Publikation bisher interessante Daten mit sozialer und historischer Dimension für Albanien bietet. Diese Publikation präsentiert historische Fakten und Analysen, die viele Aspekte von Skanderbegs Leben beleuchten, die der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt waren.
Der Herausforderer der Zeit
ebenfalls
Rexhep Qosja in den Augen Albaniens in den Jahren 1968-1990
Erst nach der Lektüre dieses Buches wird man die Umstände verstehen, unter denen Skanderbeg es meisterhaft schaffte, sich ein Vierteljahrhundert lang den Herausforderungen des größten Reiches seiner Zeit zu stellen.
Der Autor beschreibt Skanderbeg als intelligenten und fähigen Mann mit einer klaren Vision für die Zukunft seines Landes und Europas. Er präsentiert ihn nicht nur als Nationalhelden, sondern auch als vielschichtige und international einflussreiche Persönlichkeit, die das Schicksal des Kontinents maßgeblich prägte.
Durch die Lektüre dieses Buches erhält der Leser die Möglichkeit, die geopolitischen Umstände in der Region zu verstehen, in der es Skanderbeg, obwohl allein und ohne Staatserfahrung, mit diplomatischem Geschick gelang, mit Verbündeten zusammenzuarbeiten und Albanien ein Vierteljahrhundert lang gegenüber dem Osmanischen Reich unbesiegbar zu machen.
Eine besondere Dimension von Skanderbegs Diplomatie ist die Frage der Heirat mit prominenten Familienangehörigen – ein Phänomen, das nicht nur im Mittelalter bekannt war. Solche Heiraten dienten zweifellos der Machtstabilisierung und der Stärkung der Beziehungen zu den damaligen Fürstentümern. Es bleibt der Forschung überlassen, dieses Thema eingehend zu untersuchen, da bisher nur wenige Fälle angeführt und keine spezifischen soziologischen Studien durchgeführt wurden.
Der Titel „Der letzte Kreuzritter“ ist kein Zufall: Gjergj Kastrioti Skanderbeg spielte eine bedeutende Rolle im Krieg gegen die Osmanen und wurde so zu einem Symbol des europäischen Widerstands gegen das Osmanische Reich. Skanderbeg gilt oft als letzter Kreuzritter, da er einer der letzten christlichen Anführer war, die offene Kriege gegen die osmanischen Eroberungen auf dem Balkan führten. Dies hat ihn zu einer Legende der albanischen und europäischen Geschichte erhoben.
Abschluss
Abschließend sei noch erwähnt, dass das Buch des Journalisten, Publizisten und Forschers Virgjil Kule das Ergebnis jahrelanger ernsthafter Arbeit voller Leidenschaft und Professionalität ist und allen Lesern, die sich für historische Publikationen und insbesondere für die Persönlichkeit des Nationalhelden begeistern, sehr zu empfehlen ist, da es das Wissen in den politischen und diplomatischen Aspekten ergänzt.
ebenfalls
Segoni, der erste Biograph von Skanderbeg zwischen Novobërdo, Kotor und Ulcinj
Aus den in dieser Studie vorgelegten Daten geht klar hervor, dass Skanderbegs Politik und Diplomatie eine besondere Gabe waren, die als Vorbild für spätere Zeiten diente, aber leider erst in unserer Zeit ausreichend bekannt wurde.
Inzwischen sollte diese Publikation aufgrund der darin behandelten Themen nicht nur für Geschichtsstudenten, sondern insbesondere für diejenigen, die sich beruflich mit politischer Soziologie beschäftigen, Pflichtlektüre sein, da es sich hier um die bisher speziellste Studie in der albanischen Literatur handelt.