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Kopfschmerz? Kopfschmerzen durch Eiscreme und der Zusammenhang mit Migräne

Gehirn einfrieren

Wenn Sie häufig nach dem Verzehr von Eiscreme Kopfschmerzen bekommen, lohnt es sich vielleicht herauszufinden, ob dies in Ihrer Familie vorkommt und die anderen Arten von Kopfschmerzen, die Sie erleben, genauer zu betrachten.

Es ist ein heißer Sommertag, und du genießt gerade dein Lieblingseis, als du plötzlich das Gefühl hast, als hätte dir jemand ein Messer in die Stirn gerammt. Ein stechender, scharfer Schmerz scheint tief aus deinem Gehirn zu kommen. Du kannst nur warten, bis der Schmerz nachlässt, während das Eis in deiner Hand schmilzt.

„Kopfschmerzen nach dem Verzehr von Eiscreme sind sehr, sehr häufig. Sie sind harmlos und kommen und gehen“, sagte der Neurologe Amaal Starling von der Mayo Clinic in Minnesota, USA.

Neben der Sorge, die Generationen von Liebhabern gefrorener Desserts bereitet hat, hat das Phänomen des sogenannten „Hirnfrosts“ auch zum wissenschaftlichen Fortschritt beigetragen und kann mehr über Ihre Gesundheit verraten, als Sie denken.

Was ist ein „Hirnfrost“?

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Was die meisten Menschen als „Hirnfrost“ oder „Eiscreme-Kopfschmerz“ kennen, wird in der wissenschaftlichen Terminologie als Kopfschmerz bezeichnet, der durch Kältereize verursacht wird.

Forscher vermuten, dass dies auf die plötzliche Abkühlung des oberen Mundbereichs oder des Rachens zurückzuführen ist. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße sehr schnell zusammen und weiten sich anschließend wieder, um den normalen Blutfluss wiederherzustellen, berichtet die BBC.

In den Wänden dieser Gefäße befinden sich Schmerznervenfasern, die mit dem Trigeminusnerv verbunden sind. Dieser verarbeitet Schmerzsignale von Stirn und Gesicht. Daher wird der Schmerz eher im Kopf oder in der Stirn als im Mund wahrgenommen.

Studien zeigen, dass das sogenannte „Hirnfrost“ eine familiäre Komponente zu haben scheint: Wenn Ihre Eltern dieses Phänomen erleben, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Sie es auch erleben.

Um diese Art von Schmerzen zu vermeiden, empfiehlt Starling, kalte Speisen und Getränke langsamer zu verzehren. Die plötzliche Abkühlung ist die Ursache des Problems; daher hilft es, zwischen den Bissen oder Schlucken etwas Zeit verstreichen zu lassen.

Wenn die Schmerzen bereits eingesetzt haben, gibt es einige einfache Methoden, sie zu lindern. Sie schlägt vor, mit dem hinteren Teil der Zunge den Gaumen zu wärmen. Falls die Zunge ebenfalls kalt ist, kann man den Daumen benutzen oder etwas Warmes trinken.

Eine überraschende Verbindung

Warum aber bekommen manche Menschen einen „Hirnfrost“, während andere problemlos einen Milchshake trinken können?

Professorin Irene Toldo von der Universität Padua in Italien und ihre Kollegen analysierten vier Jahrzehnte wissenschaftlicher Studien zu diesem Phänomen.

Durch die Zusammenstellung von Forschungsergebnissen aus der ganzen Welt, darunter Studien mit Tausenden von Studenten in Taiwan, Deutschland und Kanada sowie mit Migränepatienten in Brasilien, der Türkei und Großbritannien, konnte Toldo einige klare Muster identifizieren.

Erstens gibt es einen familiären Zusammenhang. Wenn Ihre Eltern von Eiscreme Kopfschmerzen bekommen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie diese auch bekommen.

Zweitens ist der wichtigste Faktor, der die Schmerzintensität beeinflusst, ob die Person an Migräne oder anderen Arten von Kopfschmerzen leidet.

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„Menschen mit Migräne erleben diese Schmerzen in der Regel in einer höheren Intensität“, sagt Toldo.

Eine kleine Studie aus den 1970er Jahren ergab, dass 93 % der Menschen, die an Migräne litten, auch schon einmal einen „Hirnfrost“ erlebt hatten, während dies nur bei etwa einem Drittel derjenigen der Fall war, die nicht an Migräne litten.

Starling selbst leidet unter Migräne und starken Schmerzen beim Verzehr kalter Speisen.

„Mein Trigeminusnerv ist aufgrund von Migräne sehr empfindlich, daher wird er durch Kälteeinwirkung noch stärker aktiviert“, erklärt sie.

Wenn Sie oder Ihr Kind also häufig nach dem Verzehr von Eiscreme starke Kopfschmerzen haben, kann es hilfreich sein, Ihre Kopfschmerzgeschichte zu überprüfen. Was Sie vielleicht für normal halten, könnte tatsächlich eine behandelbare Erkrankung sein.

Mehr als 50 % der Menschen mit Migräne haben noch nie mit einem Arzt über ihre Symptome gesprochen, obwohl es wirksame Diagnose- und Behandlungsmethoden gibt.

Eine „eingefrorene Migräne“

Seit den 1960er Jahren nutzen Wissenschaftler das Phänomen des „Hirnfrosts“ als Methode zur Erforschung von Migräne.

Migräne ist in Echtzeit schwer zu erforschen, da die Anfälle unvorhersehbar und sehr schmerzhaft sind. Ein sogenannter „Hirnfrost“ hingegen lässt sich willentlich auslösen, indem man einfach sehr kalte Speisen oder Getränke zu sich nimmt.

Da in beiden Fällen der Trigeminusnerv beteiligt ist, haben Forscher dieses Phänomen als experimentelles Modell genutzt, um die Mechanismen der Migräne besser zu verstehen.

„In den Anfängen der Kopfschmerzmedizin war das sogenannte ‚Hirnfrost‘ ein praktisches experimentelles Modell“, sagt Starling.

Wer unter Migräne leidet, muss nicht auf Eiscreme verzichten.

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„Man muss nicht aufhören, Eis zu essen. Man kann lernen, es in Maßen zu genießen“, sagt Toldo.

Der Rat gilt weiterhin für alle: Kalte Speisen und Getränke langsamer genießen. Das beugt nicht nur einem Kältegefühl im Gehirn vor, sondern ermöglicht es auch, Gerüche und Geschmäcker besser zu genießen.