Nach Jahrzehnten erfolgloser Forschung haben zwei neue Medikamente und ein neuer Bluttest Alzheimer-Patienten kürzlich Hoffnung gebracht, obwohl viele Fragen zu ihrer Wirksamkeit noch immer unbeantwortet bleiben.
Die Alzheimer-Krankheit mache weltweit etwa 70 Prozent der Demenzfälle aus und sei eine der häufigsten Todesursachen bei älteren Menschen, schrieb er. Wissenschaftsalarm.
Wie wirksam sind die neuen Medikamente?
Das US-Unternehmen Eli Lilly mit dem Medikament Donanemab sowie die Firmen Biogen und Eisai mit Lecanemab haben als erste nachgewiesen, dass sie das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit deutlich verlangsamen. Lecanemab wird unter dem Handelsnamen Leqembi vertrieben und ist bereits in vielen Ländern, darunter den USA, zugelassen.
Die Behandlungen sind jedoch sehr teuer, wirken nur im Frühstadium und können schwere Nebenwirkungen wie Hirnblutungen verursachen. Aus diesem Grund haben einige Länder beschlossen, die Kosten nicht zu erstatten. Die französischen und britischen Gesundheitsbehörden haben sich geweigert, die Kosten zu übernehmen, da „der Nutzen die Kosten nicht rechtfertigt“.
Der niederländische Neurologe Edo Richard bleibt skeptisch.
„Viele Patienten mit ungewöhnlichen Biomarkern entwickeln nie eine Demenz. Außerdem haben neue Medikamente nur eine begrenzte Wirksamkeit“, sagte er.
Während Alzheimer bisher hauptsächlich durch die Analyse von Flüssigkeit aus dem Rückenmark diagnostiziert wurde, eine kostspielige und schmerzhafte Methode, wurde vor kurzem ein Bluttest entwickelt, der biologische Marker der Krankheit erkennt.
In den USA ist der Test seit Mai zugelassen, in Europa hingegen noch nicht. In Großbritannien wurde eine nationale klinische Studie gestartet.
Das Dilemma besteht darin, ob ein Bluttest für eine genaue Diagnose ausreicht. Letztes Jahr änderte die American Alzheimer's Association ihre Kriterien und erklärte, dass „Biomarker allein ausreichen“. Die meisten europäischen Spezialisten sind jedoch anderer Meinung und fordern eine vollständige klinische Untersuchung.
Kann Alzheimer verhindert werden?
Experten sind sich einig, dass Faktoren wie Fettleibigkeit, Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel und Hörverlust das Risiko erhöhen. Eine im Lancet veröffentlichte Studie zeigt, dass „fast die Hälfte der Fälle auf diese Faktoren zurückzuführen ist“.
Zahlreiche Studien untersuchen, ob ein gesunder Lebensstil die Krankheit verlangsamen kann. Eine Studie, die in JAMA fanden heraus, dass bei Patienten, die zwei Jahre lang eine intensive Ernährungs- und Bewegungsunterstützung erhielten, der kognitive Abbau leicht verlangsamt wurde.
„Für die betroffenen Familien mag dieser Fortschritt gering erscheinen. Doch im Vergleich zu vor ein paar Jahren ist es bereits ein großer Schritt“, sagte die französische Epidemiologin Cecilia Samieri.
Sie fügte hinzu, dass nur Langzeitstudien über 10 bis 15 Jahre wirklich zeigen könnten, wie wirksam diese Interventionen sind.