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Anklage gegen die ehemalige Ministerin Rozeta Hajdari bestätigt

Rozeta Haddari

Foto: Driton Pacharada

Eine der vier Angeklagten in diesem Fall ist die ehemalige Ministerin für Industrie, Unternehmertum und Handel, Rozeta Hajdari, die nun Abgeordnete ist. Das Urteil erging vom Berufungsgericht Pristina, nachdem die Angeklagten in der vorangegangenen, nicht-öffentlichen Verhandlung kein Geständnis abgelegt hatten.

Das erstinstanzliche Gericht hat die Anklage in dem als „Staatsreserven“ bekannten Fall bestätigt, in dem die ehemalige Ministerin für Industrie, Unternehmertum und Handel, Rozeta Hajdari, zusammen mit zwei Beamten dieses Ministeriums des Amtsmissbrauchs beschuldigt wird. 

In diesem Fall wird neben Hajdar und den Ministeriumsbeamten Irfan Lipovica und Hafiz Gara auch der Geschäftsmann Ridvan Muharremi der Beihilfe zur Begehung der Straftat beschuldigt. 

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Die Bestätigung der Anklage durch das Grundgericht in Pristina erfolgte nach der für die Zeugenaussagen der Angeklagten anberaumten Sitzung am 13. Januar, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Dies geschah angeblich zum Schutz vertraulicher Informationen und der Zeugen. In der nichtöffentlichen Sitzung sagten die Angeklagten nicht aus; ihre Anwälte wurden vom Gericht angewiesen, die Beweismittel anzufechten und die Abweisung der Anklage zu beantragen. 

„Das Grundgericht Pristina – Sonderabteilung – hat mit Beschluss PS.nr.68/2025 vom 13.03.2026 die von den Verteidigern der Angeklagten gegen die Anklage der Sonderstaatsanwaltschaft der Republik Kosovo erhobenen Anträge auf Einspruch gegen die Beweismittel und auf Abweisung der Anklage als unbegründet zurückgewiesen“, heißt es in der Bekanntmachung des Grundgerichts Pristina. 

Laut Anklageschrift stehen Hajdari, Lipovica und Gara im Verdacht, im Februar und März 2022 ihre Amtspflichten missbraucht zu haben, um sich unrechtmäßig zu bereichern und dem Staatshaushalt einen Schaden von rund drei Millionen Euro zuzufügen. Der vierte Angeklagte, Muharremi, wird der Beihilfe zum Amtsmissbrauch beschuldigt. 
In der Anklageschrift heißt es, dass dem Staatshaushalt durch das Vorgehen der Angeklagten mit Mengen an Öl, Mehl und Zucker, die nicht an die Staatsreserve geliefert wurden, ein Schaden von etwa 3 Millionen Euro entstanden sei. 

Aus der Anklageschrift geht hervor, dass das Gesetz über staatliche Reserven die Versorgung über ein offenes Verfahren vorsieht, die Angeklagten jedoch ein geschlossenes Verfahren anwendeten.

In diesem Fall wurden 2023 Razzien im Ministerium für Industrie, Unternehmertum und Handel durchgeführt, nachdem Tonaufnahmen veröffentlicht worden waren, in denen behauptet wurde, dass eine in Polen gekaufte Menge Öl und eine in der Türkei gekaufte Menge Weizen nie angekommen seien.

Hajdari erklärte damals, die Käufe für die staatlichen Reserven seien gesetzeskonform erfolgt, nannte aber keine weiteren Details, da es sich bei den Informationen um ein Staatsgeheimnis handle.

Später beschuldigte sie die Polizei, bei den Razzien als Staatsgeheimnisse eingestufte Dokumente als Beweismittel beschlagnahmt zu haben.

Der kosovarische Premierminister Albin Kurti, der von der Staatsanwaltschaft als Zeuge in diesem Fall geladen wurde, aber noch nicht ausgesagt hat, verteidigte Hajdari mit den Worten: „Es gibt keine Korruption oder keinen Missbrauch.“