Die Ausschreibung für die bereits 2016 geplanten Arbeiten im archäologischen Park „Ulpiana“ – wie Elektrifizierung, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung – wurde nun eröffnet. Die Umsetzung dieser langjährigen Maßnahme soll 79 Euro kosten. Der Park glich bis vor Kurzem einer verlassenen Anlage. In den zehn Jahren seines Bestehens gab es Monate ohne Personal und nur ehrenamtliche Instandhaltungsarbeiten. Neun Jahre lang fehlte es an Führungen, und ein Jahrzehnt lang gab es weder Elektrifizierung noch Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung.
Am Vorabend des zehnten Jahrestages der Ausweisung eines Teils der archäologischen Stätte Ulpiana als Archäologischen Park hat der Staat eine Ausschreibung für die Elektrifizierung und die Regulierung der Wasserversorgung veröffentlicht. Eigentlich sollte dies längst erledigt sein. Die Anfang des Monats gestartete öffentliche Ausschreibung trägt den Titel „Sanierung des Archäologischen Parks Ulpiana“ und ist in zwei Lose unterteilt: eines für die Stromversorgung und eines für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 79 Euro.
Die Geschichte der Stromversorgung, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung im einzigen archäologischen Park des Landes, „Ulpiana – Justiniana Secinda“, ist lang. Eigentlich hätte der Park mit seiner Eröffnung als archäologischer Park im Herbst 2016 geschlossen werden sollen. Doch dazu kam es nie. Bis vor Kurzem glich der Park einer verlassenen Stätte. In den zehn Jahren seines Bestehens gab es Monate ohne Angestellte und nur ehrenamtliche Instandhaltungsarbeiten. Neun Jahre lang gab es keine Gästeführer. Und ein Jahrzehnt lang keine Stromversorgung, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Hinzu kommen zahlreiche Fälle, in denen die beauftragte Firma die Fäkalien mangels Bezahlung nicht abholte und die Hütten für Mitarbeiter und Besucher verschlossen blieben. Und wie jeden Winter, auch im letzten, musste das Personal mit mehreren Gasflaschen heizen.
Die lokalen Angestellten begrüßten den öffentlichen Aufruf des Ministeriums für Kultur und Tourismus zur Elektrifizierung und Wasserversorgung. In der Hoffnung, dass beides umgesetzt wird, wollten sie sich bisher nicht weiter zu der Situation äußern. Sie führen die Gespräche nun schon seit einem Jahrzehnt.
Der einzige archäologische Park im Kosovo, „Ulpiana“, wurde im Dezember 2024 verwüstet. Die Täter zerstörten Container mit Arbeitsgeräten und hinterließen eine satanische Botschaft. Die mangelnde Beleuchtung spielte ihnen dabei in die Hände.
Der Archäologe Milot Berisha, der die wissenschaftliche Forschung und das Projekt zur Umwandlung dieses Teils der archäologischen Stätte in einen archäologischen Park leitete, sagte damals, dass die Instandhaltung und die Bewachung des Parks nicht ausreichend seien.
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„Trotz dieser Zusage hat die fehlende Elektrifizierung des Parks eine Sicherheitslücke geschaffen, aber mit dem Abschluss des Enteignungsprozesses von 23 Hektar wird bald mit der Elektrifizierung, Beleuchtung und Überwachung mit modernen Mitteln begonnen werden“, sagte er.
Seit Dezember desselben Jahres hat die Verwaltung des archäologischen Parks „Ulpiana-Iustiniana Secunda“ Notfallmaßnahmen zur Stärkung der Sicherheit eingeleitet.
„Häufige und unangekündigte Kontrollen des Wartungspersonals zur Gewährleistung erhöhter Wachsamkeit und Effizienz; Anschaffung von zwei Heizgeräten (Gasheizungen) für die Lagerhallen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen während der Wintersaison“ – dies waren einige der von Berisha aufgeführten Maßnahmen. Laut seinen Angaben waren für das erste Halbjahr 2025 langfristige Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit des Parks vorgesehen, darunter die Elektrifizierung und die Installation intelligenter Beleuchtung in den vier Parkbereichen mit einem Fertigstellungstermin im Juni 2025.
Zu den weiteren Maßnahmen gehören die Installation von Überwachungskameras zur lückenlosen Überwachung der archäologischen Stätte, die Anbringung von Warnschildern gegen Vandalismus sowie die Errichtung von Zäunen zum Schutz des Geländes. Archäologe Berisha, der nun offiziell Parkleiter ist, erklärte, dass diese Sofortmaßnahmen und geplanten Vorkehrungen die Überwachung verstärken und dieses außergewöhnliche Kulturerbe für zukünftige Generationen bewahren sollen.
Ende Oktober 2024 ernannte die damalige Kulturministerin Hajrulla Çeku Bariu Zenelaj zum Vorsitzenden und Mitglied des Leitungsteams. Weitere Mitglieder waren Milot Berisha, Ilir Culaj, Festa Nela und ein Vertreter der Gemeinde Graçanica.
Das Verhältnis des Staates zu „Ulpiana“ war von ständigen Höhen und Tiefen geprägt. Im August 2024 beendete die kosovarische Regierung die Enteignungsverfahren der Grundstücke, auf denen sich die archäologische Stätte „Ulpiana“ – die bedeutendste des Landes – und die von Dresnik befinden.
Im Oktober 2023 wurde der Managementplan für den archäologischen Park „Ulpiana“ genehmigt. Dies geschah sieben Jahre, nachdem ein Teil der archäologischen Stätte „Ulpiana“ offiziell zum archäologischen Park mit drei Sektoren erklärt worden war. Vor Ort hat sich jedoch nichts geändert. Mit dem Managementplan sind zumindest auf dem Papier Verpflichtungen verbunden.
Bei den 2023 durchgeführten Arbeiten in den Strukturen der bisher größten auf dem Balkan entdeckten Kirche wurde auf dem Mosaik mit verschiedenen Motiven eine lateinische Inschrift gefunden. Sie belegt, dass Kaiser Justinian persönlich den Bau der Stadt Justiniana Secunda initiierte. Die Inschrift befindet sich im zentralen Bereich der Kirche, einem von allen Seiten des Kultobjekts einsehbaren Bereich.
Darüber hinaus offenbaren die Details der Inschrift weitere persönliche und politische Umstände jener Zeit, als dieses Gebiet als Teil des damaligen Reiches unter der Herrschaft des dardanischen Kaisers Justinian stand. Die dardanische Kontinuität bis ins Mittelalter wird ebenfalls durch die lateinische Inschrift belegt. Im Jahr 2025 wurde bestätigt, dass die auf Geheiß Justinians des Großen erbaute Basilika im Jahr 545 eingeweiht wurde. Diese Information ist in der Inschrift in lateinischer Sprache festgehalten.
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Doch der Staat hat seit jeher Schwierigkeiten, Wartungspersonal zu finden. Monatelang wirkte das Gelände verlassen, obwohl es das meistbesuchte des Landes ist.
Der Staat hat „Ulpiana“ stets vernachlässigt, wie es auch bei allen anderen archäologischen Stätten der Fall ist, in die viel investiert wurde. Kosovo hat im Laufe der Jahre über eine Million Euro in „Ulpiana“ investiert. Sieben Jahre lang wurde auf den Managementplan gewartet. Doch erst jetzt zeichnet sich dessen Umsetzung ab. Bislang wurden keine der Mängel aus der Zeit der Gründung des Archäologischen Parks behoben, abgesehen von zwei Leitfäden vom September 2025. Das 47-seitige Dokument dient als eine Art Handbuch für die Verwaltung des Archäologischen Parks bis 2027. Es enthält die Bedeutungserklärung, die Vision, das Branding, die Geschichte, die Handlungsfelder und den Aktionsplan.
Die Organisation und Funktionsweise des Parks sieht einen fünfköpfigen Vorstand vor: den Parkleiter sowie Fach- und Verwaltungspersonal. Zum Fachpersonal gehören ein Archäologe, ein Restaurator, zwei Gästeführer und ein Kurator. Das technische Personal umfasst vier Instandhaltungsmitarbeiter, vier Sicherheitskräfte sowie ein Café und einen Souvenirladen.
Im Rahmen des Parkprojekts waren zusätzliche Dienstleistungen vorgesehen, die jedoch nie umgesetzt wurden.
Die Einrichtung und der Betrieb des Labors sowie die Ausarbeitung des Erhaltungsplans werden voraussichtlich bis 2026 abgeschlossen sein. Die archäologische Forschung wird fortgesetzt.
„Aufbau der Führungseinheit; „Die Integration von Wanderwegen und anderen Vermögenswerten, wie dem Graçanica-Kloster, Veletini, Kishnica, dem Netz von Wegen und Galerien antiker Minen in der Gegend von Shashkoc und Janjeva und anderen, in das touristische Angebot“, sind die Ziele mit mittlere Priorität haben und voraussichtlich bis 2028 abgeschlossen sein werden. Für diese Punkte sind hauptsächlich das Kulturministerium und das Archäologische Institut zuständig. Für die Einrichtung der Leitungseinheit gibt es zwei Fristen. In einem anderen Fall steht geschrieben, dass die Frist 2026 sei.
Die Errichtung und Erweiterung des Netzes von elektrischen Anlagen, Maschinen, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie Sanitäranlagen waren Pläne, die bis 2025 abgeschlossen sein sollten. Die Schaffung der notwendigen Infrastruktur zur Unterbringung von Personal und zur Durchführung wissenschaftlicher Forschungsaktivitäten in diesem Bereich sollte hingegen bis 2028 erfolgen.
Der Aktionsplan sieht auch die Festlegung der Räume vor, die für alternative Funktionen genutzt werden können, und die Ausarbeitung des Geschäftsplans. Das Jahr 2028 gilt als Stichtag für die Sicherung der Einnahmen des Archäologischen Parks aus dem Verkauf von Eintrittskarten, Souvenirs, Repliken und Werbematerialien.
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Seit 2016 können Besucher auf drei Hektar Fläche zahlreiche Bauwerke und Funde besichtigen – seitdem ein Teil des Geländes zum archäologischen Park erklärt wurde. Im ersten Bereich des Parks befinden sich römische Thermen, ein Tempel und eine befestigte Basilika mit vier Türmen. Allerdings ist derzeit nur ein Turm zugänglich. Der zweite Bereich besteht aus Vorstadtvillen bzw. Randvillen, genauer gesagt aus den Mauerresten eines Villenflügels. Ab Mitte des 1. Jahrhunderts wurde dieser Bereich in einen Friedhof umgewandelt und wird heute als nördliche Nekropole bezeichnet. Im dritten Bereich befindet sich die Bischofsbasilika, die auch Kathedrale genannt wird.