Unterstützen Sie TIME. Bewahren Sie die Wahrheit.
Kultur

Die vom Kommunismus zerstörte Kirche in Mirdi wird wieder aufgebaut

Die Erlösungskirche im Mirdita-Hauptquartier soll in den 30er Jahren erbaut worden sein. Doch dieses Kultobjekt zerfiel wie viele andere in der Zeit, als Albanien von der Kommunistischen Partei regiert wurde, die später in Arbeitspartei umbenannt wurde. Auch die Zerstörung vieler Kultgegenstände galt als großes Werk und Zeichen der Leistung.

In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte der albanische Staat einen erbitterten Krieg gegen religiöse Überzeugungen geführt. Abgesehen von der Inhaftierung und Ermordung religiöser Führer verbot Albanien 1967 die Religion per Gesetz.

Doch einige Bewohner von Selita e Mirdita beteten heimlich in den Ruinen der Kirche. In diesen Tagen haben sie das Gebäude wieder aufgebaut. Wie die albanischen Medien berichten, hat die Familie von Nikoll Bushkola dies getan, als der Staat und die Institutionen jahrelang schwiegen, um diesem Kultobjekt seine Identität zurückzugeben. Zusammen mit seinem Sohn und seinen Brüdern beschloss er, einen Teil der bei der Auswanderung erzielten Ersparnisse für den Wiederaufbau der Kirche zu verwenden.

Es wird berichtet, dass die Arbeiter, die den Wiederaufbau der Kirche in Angriff nahmen, der islamischen Religion aus Dibra angehörten und für ihr harmonisches Zusammenleben mit den Einwohnern von Mirdita sowie für ihre geschickten Steinhandwerker bekannt waren. Gemeinsam haben sie das wieder zum Leben erweckt, was für das kommunistische Regime nicht fortschrittlich war: die Kirche.

Religion galt im kommunistischen Albanien als „Opium des Volkes“. Propaganda basierte auf der Tatsache, dass „die Menschen die Wahrheit mit eigenen Augen sahen und religiöse Lügen mit endloser Verleumdung sahen“. Mit der Demokratisierung des albanischen Staates wurde die Religion auch von den Verwaltungsbehörden der Republik anerkannt. Seitdem wurden viele religiöse Tempel gebaut und die Geistlichen, die während der Diktatur weltliche Pflichten hatten, in geistliche Führer der Gläubigen umgewandelt. Ein typisches Beispiel hierfür ist Haxhi Baba Reshat Bardhi. Während des Kommunismus arbeitete er als Wassermann, aber als das kommunistische Reich zusammenbrach, übernahm der inzwischen verstorbene Bardhi die Rolle des Urgroßvaters des in Albanien ansässigen Weltgroßvaters des Bektaschismus.

Ähnliche Artikel