Das Orchester des Opern- und Balletttheaters Tirana hat sich mit dem Philharmonischen Chor des Kosovo zusammengetan, um dem Werk neues Leben einzuhauchen. Die Mezzosopranistin Vikena Kamenica ist Solistin und zugleich Trägerin dieses Projekts. Anders als in Tirana, wo es gemeinsam mit dem Ballett-Ensemble aufgeführt wurde, erklingt es in Pristina als Konzert unter der Leitung von Sergio Alaponti und bewahrt dabei dieselbe Frische wie Martin Palmers „Misa a Buenos Aires“.
Es gehört nicht zu den langen Konzertabenden, sondern bietet in weniger als einer Stunde eine interessante Messe. Es ist vom Tango von Buenos Aires geprägt, und die Tatsache, dass dieser Musikstil mit der Liturgie verschmilzt, lässt das Werk zwischen klassischer Musik und Lebensfreude changieren. In gewisser Weise findet die lateinische Messe durch die Sprache des Tangos Ausdruck.
Das Kosovo Philharmonic Orchestra führte Martin Palmers „Misa a Buenos Aires“ (Misatango) vor acht Jahren auf. Am Montagabend kehrte das Werk nach Pristina zurück, allerdings mit einem anderen Orchester. Eine Formation des Orchesters des Opern- und Balletttheaters Tirana und der Chor des Kosovo Philharmonic Orchestra hauchten dem Werk neues Leben ein. Die Mezzosopranistin Vikena Kamenica sang als Solistin.
In Tirana hatte das Werk vor wenigen Tagen einen anderen Rhythmus. Unter der Choreografie von Enada Hoxha ergänzten die Tänzer das Stück durch Tango-Elemente. Es nahm dadurch auch einen dramatischen Charakter an. In Pristina hingegen wurde es als Konzert aufgeführt. Rhythmus und Energie blieben dabei erhalten.
Für das sakrale Musikstück wird auch das spezielle Instrument Bandoneon benötigt, das von Joao Gentil gespielt wird, während Igli Rapaj das Klavier übernimmt. Diese beiden Instrumente sind zentral für das von Kamenica initiierte und in Tirana inszenierte Projekt.

Vikena Kamenicas Energie ist so mitreißend, dass sie selbst liturgischen Gesängen den Klang des Tangos verleiht. „Kyrie“, „Gloria“, „Credo“, „Sanctus“ und andere Stücke dieses Werkes erstrahlen in einem ganz besonderen Geist. Unter der Leitung von Sergio Alaponti brachte das Konzert frischen Wind in das Atelier des Jugendpalastes. Die rhythmische Energie des gesamten Konzerts entführte das Publikum in die argentinische Musikwelt. Das Publikum war diesmal etwas kleiner als sonst bei den Konzerten der Kosovo-Philharmonie.
Kamenica, eine erfahrene Mezzosopranistin, hat auch mit Interpretationen wie „Maria de Buenos Aires“ für Aufsehen gesorgt. Vor acht Jahren war Arta Jashari die Solistin.
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„Es herrschte eine sehr gute Stimmung, und ich bin glücklich über dieses Konzert. In Tirana war es dramatischer, weil dort auch Tänzer auftraten und die Solistin sich von der Bühne aus bewegen konnte, was zusammen mit der Inszenierung die Wirkung verstärkte“, sagte Kamenica. Auch das Konzert in Pristina sei etwas Besonderes gewesen.
„Gemeinsam mit dem Kosovo Philharmonic Choir und dem Orchester des Opern- und Balletttheaters aus Tirana haben wir heute Abend ein wunderschönes Konzert gegeben, bei dem die Stimmung sehr gut war“, sagte Kamenica.
Die Darbietung des Werkes nimmt eine wahrhaft priesterliche Form an, durchdrungen von Tango-Elementen, und beschert dem Publikum einen musikalischen Abend von ausdrucksstarker Tiefe. Dirigent Sergio Alapont ist von diesem Werk begeistert.
„Ich wurde zu diesem Projekt eingeladen und habe die Einladung gerne angenommen. Es ist eine ganz besondere Messe. Der Kosovo-Philharmoniechor gehört zweifellos zu den erstklassigen Chören, sowohl was die Interpretation als auch den musikalischen Ausdruck betrifft. Ich freue mich sehr darüber“, sagte er. Er beschrieb das Konzert als etwas sehr Schönes.
„Die Energie hier war sehr gut, und die beiden Institutionen, die dies ermöglicht haben, haben hervorragende Arbeit geleistet. Ich freue mich, an diesem von der Solistin Kamenica initiierten Projekt teilgenommen zu haben“, sagte er.
Dieses 1996 vom argentinischen Komponisten Martín Palmeri komponierte Werk präsentiert den traditionellen lateinischen Text der katholischen Messe und bereichert ihn mit der musikalischen Sprache des Tangos. Der in Buenos Aires entstandene Tango bildet den stilistischen Kern dieses Werkes und verleiht der geistlichen Musik eine neue emotionale und rhythmische Dimension. Durch den Einsatz von Chor, Solist und einem Instrumentalensemble, zu dem auch das Bandoneon – das Symbolinstrument des Tangos – gehört, schafft der Komponist eine kraftvolle, dramatische und tiefgründige Atmosphäre.
„Misatango“, wie das Werk auch genannt wird, zeichnet sich durch den Kontrast zwischen der Feierlichkeit des religiösen Textes und der Lebendigkeit der Tangorhythmen aus und schlägt so eine Brücke zwischen dem Heiligen und dem Weltlichen. Das Werk wurde auf verschiedenen internationalen Bühnen aufgeführt und hat für seine Originalität und künstlerische Wirkung große Anerkennung gefunden. Es wurde sogar in der renommierten Carnegie Hall in New York gespielt.
Im Wesentlichen ist „Misa a Buenos Aires“ ein Beweis für die Kraft der Musik, verschiedene Kulturen und Stile zu vereinen und ein einzigartiges künstlerisches und spirituelles Erlebnis zu schaffen.
Der amtierende Direktor der Kosovo-Philharmonie, Dardan Selimaj, sagte, dass sie sich diesem Projekt angeschlossen hätten, da es um eine umfassendere Zusammenarbeit gehe.
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„In Tirana war auch das Ballett Teil der Aufführung, hier jedoch haben wir es aufgrund der räumlichen Gegebenheiten als Konzert aufgeführt. Sollte die Solistin Kamenica die Idee in Zukunft mit einer Trilogie weiterführen, was ein längeres Konzert ermöglichen würde, könnten wir die Zusammenarbeit weiter ausbauen“, sagte er. Vor acht Jahren dirigierte Kushtrim Gashi dieses Werk in Pristina. Anders als bei der damaligen Bearbeitung wurde diesmal auch das Bandoneon, ein charakteristisches Instrument des Tangos, in das Ensemble aufgenommen, um das Atelier in einen Raum zu verwandeln, in dem das Himmlische und das Irdische miteinander verschmelzen.