„Aufstrebendes Filmland in Europa“ – mit diesem Slogan präsentiert sich Kosovo auf dem Europäischen Filmmarkt der Berlinale und erweitert gleichzeitig sein Angebot um 30 Prozent Rabatt für ausländische Produktionen. Anders als im Vorjahr, als Kosovo ebenfalls mit einem Film vertreten war, zählt Schauspielerin Fatlume Bunjaku zu den etablierten Größen ihres Fachs und wird als eine der zehn „Shooting Stars“ vorgestellt. Leart Rama nimmt an den „Berlinale Talents“ teil, die als wichtiger Karrieremotor für junge Filmemacher gelten.
Der Europäische Filmmarkt im Rahmen der 76. Berlinale hat bereits seine Pforten geöffnet, und das Filmzentrum des Kosovo und das Albaniens präsentieren sich traditionell an einem gemeinsamen Stand. Auf einer der wichtigsten Bühnen der internationalen Filmindustrie stellt sich der Kosovo als kreative Kraft mit einer Stimme, einer Identität und einer Vision vor, die stetig wächst. „Europas aufstrebendes Filmreiseziel“ lautet das Motto, das auf dem Plakat des Kosovo prangt, neben der 30-prozentigen Förderung für ausländische Produktionen – einer siebenjährigen Regelung ab Ende 2024.
Die CCK ist zu dem Schluss gekommen, dass die Teilnahme an dieser Veranstaltung die Sichtbarkeit des Kosovo auf dem Internationalen Filmmarkt erhöht, der vom 12. bis 18. Februar stattfindet.
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Leserbrief – Warum wir um Ihre Unterstützung bitten BeitragenAuf den Internationalen Filmfestspielen Berlin ist das filmische Potenzial des Landes in fast jeder Ausgabe präsent. Im vergangenen Jahr feierte Alban Mujas Film „Ich glaube, mein Porträt hat mich gerettet“ dort seine Weltpremiere. Obwohl das offizielle Programm dieses Jahr keinen Spielfilm umfasst, zählt die Schauspielerin Fatlume Bunjaku zu den erfolgreichsten Persönlichkeiten ihres Fachs und wird dort als eine der zehn „Shooting Stars“ präsentiert, die im vergangenen Dezember angekündigt wurden.
Und im Januar dieses Jahres erhielt ein weiteres Filmtalent aus dem Kosovo eine Einladung zu diesem prestigeträchtigen Event der Filmwelt. Leart Rama nimmt an den „Berlinale Talents“ teil, die als echter Karrieresprungbrett für junge Filmemacher gelten.
Angesichts der vielen Dramen, die die Filmkunst des Kosovo prägen, ist die Teilnahme des Kosovo Film Centers am Europäischen Filmmarkt weit mehr als nur eine institutionelle Präsenz. Sie bietet eine ideale und einzigartige Gelegenheit, die lokale Filmkunst weiterzuentwickeln und zu fördern. Gleichzeitig ist sie ein kulturelles, künstlerisches und strategisches Statement für das Land.
Die Pressesprecherin des Kosovo Cinematographic Center, Albana Nila, sagte, dass Interesse an dieser Institution bestehe und dass bereits im Rahmen des Europäischen Filmmarktes Treffen stattfänden.
„Während des Marktes finden Treffen mit Produzenten, Produktionsfirmen und potenziellen Partnern statt. Ziel ist es, Koproduktionen zu realisieren, ausländische Investitionen anzuziehen und professionelle Netzwerke zu stärken. Verträge werden in der Regel nach der Verhandlungsphase abgeschlossen, aber das Interesse ist groß“, sagte sie in einer Antwort an KOHĪ aus Berlin.
Der Europäische Filmmarkt ist einer der größten Filmmärkte der Welt und Schauplatz für Koproduktions-, Vertriebs- und Finanzierungsvereinbarungen. Er ist von zentraler Bedeutung für die kosovarische Filmindustrie. Kosovo-Filme erhalten hier die Möglichkeit, strategische Partner zu finden, einen internationalen Vertrieb zu sichern und beworben zu werden, wodurch sich ihre Chancen auf die Teilnahme an wichtigen Festivals erhöhen. Die jährliche Teilnahme an diesem Markt stärkt Kosovos Position als ernstzunehmender Partner der europäischen audiovisuellen Industrie.
„Wir präsentieren kosovarische Projekte und Filme und fördern das Potenzial unserer audiovisuellen Branche. Außerdem haben wir in diesem Jahr eine wichtige künstlerische Präsenz: Die kosovarische Schauspielerin Fatlume Bunjaku wurde für das Programm ‚Shooting Stars‘ ausgewählt, während Regisseur Leart Rama Teil der ‚Berlinale Talents‘ ist“, sagte Albana Nila.
Laut ihrer Aussage erhöht diese gesamte Präsentation im Rahmen der verschiedenen Segmente der Internationalen Filmfestspiele Berlin „die Sichtbarkeit des Kosovo auf dem internationalen Markt erheblich“.
Für Vertreter der lokalen Filmindustrie bietet der Markt zudem die Möglichkeit, neue Trends kennenzulernen. Nila erklärte, Kosovo werde als attraktiver Drehort für ausländische Filmproduktionen präsentiert. Sie merkte an, dass der Markt die Rabattaktion für ausländische Investoren fördere, da diese im vergangenen Jahr erfolgreich gewesen sei.
„In den letzten zwei Jahren haben wir das Förderprogramm für ausländische Investoren intensiv beworben und Kosovo als neuen und wettbewerbsfähigen Standort für internationale Produktionen präsentiert. Das Programm hat im vergangenen Jahr zu konkretem Interesse und Projekten geführt, und wir wollen die Zusammenarbeit in diesem Jahr weiter ausbauen“, sagte sie.
Die kosovarische Regierung verabschiedete im November 2024 die Verordnung über das Recht auf Kostenerstattung. Ausländische Unternehmen, die direkt in Kosovo investieren und ihre Projekte finanzieren, erhalten 30 Prozent des Investitionsbetrags erstattet. Investiert beispielsweise ein audiovisuelles Unternehmen eine Million Euro in Kosovo für einen Film, eine Serie, ein Videospiel oder einen Werbespot, erstattet der Staat 300.000 Euro. Im vergangenen Jahr wurde die Anwendung der Kostenerstattung in der Filmindustrie getestet. Die im Januar veröffentlichten Ergebnisse zeigten, dass 1.6 Millionen Euro in Kosovo investiert wurden, wobei der Werbesektor führend war. Ausländische Produktionsfirmen unterzeichneten Verträge in Kosovo für eine Fernsehserie, einen Spielfilm, einen Kurzfilm und sieben Fernsehwerbespots.
Albana Nila, die Pressesprecherin des Kosovo Cinematographic Center, beschrieb die Atmosphäre auf dem Europäischen Filmmarkt.
„Die Atmosphäre ist sehr dynamisch und professionell. Der gemeinsame Stand stößt bei Branchenexperten auf anhaltendes Interesse, insbesondere im Hinblick auf neue Projekte und die Möglichkeiten, die die Region für Koproduktionen und Dreharbeiten bietet. Die Anwesenheit kosovarischer Talente in diesem Jahr hat die Aufmerksamkeit auf uns noch verstärkt“, sagte sie.
Der Europäische Filmmarkt zählt zu den drei wichtigsten Treffpunkten der internationalen Film- und Medienbranche. Seine enge Verbindung zur Berlinale als öffentliches Filmfestival und seine zentrale Lage im Herzen der pulsierenden Berliner Kreativwirtschaft prägen den Filmmarkt. Er versteht sich nicht nur als lebendiger Marktplatz für den Handel mit Filmen und audiovisuellen Inhalten, sondern auch als Plattform für Innovation und Wandel. Über 10 Vertreter der internationalen Film- und Medienbranche – vorwiegend Produzenten, Einkäufer, Vertriebsagenten, Verleiher und Finanziers – kommen hier zusammen, um sich zu vernetzen, auszutauschen, zu lernen und Geschäfte zu machen.
Die Präsenz des KCC auf dem Europäischen Filmmarkt ist eine konkrete Gelegenheit, die Zusammenarbeit mit Produzenten auszubauen, internationale Fördermittel zu sichern und vieles mehr.
Und der kosovarische Film ist kein Unbekannter. 2019 brachte der Dokumentarfilm „In the Middle“ von Samir Karahoda den Kosovo erstmals in den offiziellen Wettbewerb der Berlinale, wo er seine Weltpremiere feierte. Auch Visar Morinas Filme „Exil“ und „Father“ machten auf diesem Festival auf sich aufmerksam, und die Schauspieler Ilire Vinca und Çun Lajçi waren im Februar 2011 die ersten Kosovaren, die über den roten Teppich der Berlinale schritten. Der Film „Forgiveness of Blood“, in dem sie mitspielten und der von Joshua Martson inszeniert wurde, der auch zusammen mit Andamion Murataj das Drehbuch verfasste, brachte sie dorthin.
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