Die antike Stadt Salona bei Split hat neue Erkenntnisse darüber geliefert, wie sich die Öffentlichkeit vor rund zweitausend Jahren bei öffentlichen Spektakeln bewegte und wie der Raum organisiert war. Der unterirdische Gang, bekannt als „Todestor“, durch den in römischer Zeit verwundete und getötete Gladiatoren aus der Arena getragen wurden, ist im Amphitheater wiedereröffnet worden. Das Amphitheater in Salona, im Nordwesten der antiken Stadt gelegen, wurde höchstwahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. mit finanzieller Unterstützung eines wohlhabenden Stifters fertiggestellt.
Bei den jüngsten Restaurierungsarbeiten am Amphitheater der antiken Stadt Salona, fünf Kilometer von Split in Kroatien entfernt, wurde der unterirdische Gang, bekannt als das „Tor des Todes“, wieder geöffnet, durch den in römischer Zeit verwundete und getötete Gladiatoren aus der Arena gebracht wurden.
Im vergangenen Jahr wurden die Restaurierungs- und Reinigungsarbeiten an der Nordseite der Amphitheatertreppe in Salona fortgesetzt. Dabei wurde ein Teil der antiken Schicht freigelegt und dokumentiert, der jahrzehntelang unter Erdschichten verborgen gewesen war. Diese Entdeckung liefert wertvolle Informationen darüber, wie sich die Menschen vor etwa zweitausend Jahren während der Entwicklung öffentlicher Spektakel bewegten und wie der Raum organisiert war.
Am westlichen Eingang der Arena, der sogenannten Porta Pompae, wurden Erdschichten und verstreute Steine abgetragen. Darunter kamen die originalen Eisenklammern zum Vorschein, die seit fast 2000 Jahren die Steinblöcke verbinden und noch immer ihre tragende Funktion erfüllen. Ihr Erhaltungszustand zeugt von der Präzision und Langlebigkeit der römischen Bautechniken.
Südlich der Porta Libitinae, dem sogenannten „Todestor“, wurde außerdem ein etwa 90 Meter langer unterirdischer Gang angelegt. Durch diesen Gang wurden verwundete und getötete Gladiatoren sowie die an den Kämpfen beteiligten Tiere aus der Arena gebracht. Der Name leitet sich von der römischen Göttin der Bestattungsriten, Libitina, ab, was diesem Ort eine starke symbolische Bedeutung verleiht.

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Die Arbeiten im unterirdischen Gang zeigten auch die andere Seite der Kulturerhaltung. Der Raum war mit Bauschutt und von verantwortungslosen Personen weggeworfenen Gegenständen übersät. Das gesamte Material wurde sorgfältig entfernt, die abgetrennten Steinblöcke werden für zukünftige Restaurierungsmaßnahmen wiederverwendet. Im Salon ist kein Element „nur ein Stein“, sondern Teil eines komplexen architektonischen und historischen Systems, so die Website des Archäologischen Museums in Split.
Es wurde außerdem eine Baugrube für den Einbau eines Schleusentors vorbereitet, das den unbefugten Zutritt regeln und das Risiko von Vandalismus verringern soll. Solche infrastrukturellen Maßnahmen sind unerlässlich für den langfristigen Schutz einer der bedeutendsten archäologischen Stätten Kroatiens.
Geplant ist, die Konservierung des nördlichen Teils der Treppe sowie archäologische Untersuchungen fortzusetzen. Im Zuge der laufenden Arbeiten wurden zudem interessante bewegliche Objekte entdeckt, die derzeit fachmännisch analysiert werden und nach Abschluss der Untersuchungen der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Die Ziele der zukünftigen Aktivitäten sind klar definiert und umfassen den langfristigen Schutz des Amphitheaters, seine moderne und würdevolle Präsentation für die Öffentlichkeit sowie die Nutzung des Raumes für sorgfältig geplante kulturelle Veranstaltungen unter strikter Wahrung seines historischen Wertes.
„Es ist wichtig zu betonen, dass das Amphitheater in Salona zwar für Besucher geöffnet ist, aber kein öffentlicher Park, sondern eine archäologische Stätte von außergewöhnlicher Bedeutung ist. Sein Erhalt hängt nicht nur von professionellen Dienstleistungen ab, sondern auch vom verantwortungsvollen Verhalten aller Besucher“, heißt es in einer Erklärung des Museums.
Amphitheater des 2. Jahrhunderts
Das Amphitheater in Salona, im Nordwesten der antiken Stadt gelegen, wurde höchstwahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. mit finanzieller Unterstützung eines wohlhabenden Stifters fertiggestellt. Dies belegt eine teilweise erhaltene Inschrift. Zur Zeit Kaiser Marcus Aurelius', im Jahr 170 n. Chr., war es Teil der Befestigungsanlage des westlichen Stadtteils und diente gleichzeitig als Bastion innerhalb der Stadtmauern.
Das Gebäude hat eine ellipsoide Form und misst etwa 125 mal 102 Meter, während die Arena etwa 63 mal 43 Meter groß ist. Das Amphitheater bot Platz für 17 bis 18 Besucher.
Die Krieger betraten die Arena durch die Haupteingänge (Porta pompae) im Osten und Westen, während eine zentrale Öffnung zum unterirdischen Gang (Porta Libitinae) führte. Neben der Arena befanden sich Tiergehege (Carceres), und im südlichen Teil der Treppe lagen zwei Kuppelräume, die dem Kult der Göttin Nemesis gewidmet waren.
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Während der Christenverfolgung im Jahr 304 wurden der Überlieferung nach der Priester Asterius und vier Soldaten in der Arena getötet. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts wurden Gladiatorenkämpfe verboten, während Tierkämpfe bis Mitte des 6. Jahrhunderts fortgesetzt wurden. Im 6. Jahrhundert wurde das ehemalige Heiligtum der Nemeza in ein christliches Oratorium umgewandelt.
Nach dem Fall Salonas im 7. Jahrhundert wurde das Amphitheater nach und nach abgetragen und als Steinbruch genutzt. Im Mittelalter und in der Neuzeit wurden seine Steine für den Bau umliegender Gebäude verwendet, im 17. Jahrhundert wurde es aus strategischen Gründen weiter zerstört.