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Fußball

„Warum spielen wir nicht gegen Kosovo im Fußball? Wir müssen spielen!“

Lüfter

„Aus Sarajevo“, antwortet einer der bosnisch-herzegowinischen Fans auf die Frage, aus welchem ​​Land er nach Pristina gekommen sei.

„Aber es gibt auch welche aus anderen Ländern. Es gibt auch welche aus Novi Pazar. Es gibt auch welche aus Deutschland und anderen Ländern“, fährt der Fan fort. Wie die meisten Fans weigert er sich, seinen Namen zu nennen.

Er war der Jüngste unter den rund 40 Fans, die am Sonntagabend im Jugendpalast die bosnisch-herzegowinische Handballmannschaft beim Spiel gegen Kosovo anfeuerten.

Kosovo gewann 33:29, aber Bosnien und Herzegowina kam in der WM-Qualifikation dank eines 13-Tore-Sieges am Donnerstag in Tuzla weiter.

Auch in Tuzla genoss Bosnien die Unterstützung der Fans. Die Fans, bekannt als „BHFanaticos“, sorgten vor drei Jahren für Aufsehen, als sie bei einem Handballspiel, ebenfalls in Tuzla, ein Banner mit der Aufschrift „Willkommen, Spieler des unabhängigen Kosovo“ entrollten.

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Diesmal gab es kein Banner. In beiden Spielen gab es Unterstützung für Bosnien.

Aufgrund des serbischen Einflusses, insbesondere des serbischen Rechts, Entscheidungen zu blockieren, erkennt Bosnien und Herzegowina den Staat Kosovo nicht an. Bosnische Fans hingegen erkennen Kosovo als Staat an.

Im Handball besteht kein Verbot für ein Spiel zwischen Kosovo und Bosnien-Herzegowina, und die Nationalmannschaften beider Länder haben bereits viele Begegnungen hintereinander hinter sich. Im Fußball hingegen ist ein solches Spiel nicht erlaubt. Am 9. Juni 2016 entschied die UEFA, dass Kosovo aus „Sicherheitsgründen“ nicht gegen Bosnien-Herzegowina antreten dürfe. Diese Entscheidung ist weiterhin gültig.

„Das ist absurd. Warum sollten wir nicht gegen Kosovo Fußball spielen? Dafür gibt es keinen Grund. Kosovo ist ein unabhängiger Staat, und wir sollten auch gegen ihn spielen“, sagte der Anführer von Dutzenden bosnischen Fans, die am Sonntagabend in Pristina waren.

Er zögert zunächst, zu sprechen. Doch nachdem ihm die Frage gestellt wurde, antwortet er ausführlich.

„Wir wissen, dass es um Politik geht. Das weiß doch jeder. Aber es ist eine sinnlose Entscheidung. Albaner und Bosniaken hatten denselben Feind. Und jetzt können sie wegen des gemeinsamen Feindes nicht mehr gegeneinander spielen“, fährt der Fan fort.

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Die meisten bosnisch-herzegowinischen Fans in Pristina trugen Trikots mit dem Logo von „BHFanaticos“, dem offiziellen Fanclub von Bosnien und Herzegowina. Auch Mitglieder von „Torcida Sandžak“ waren anwesend. Deren Flagge war die ganze Zeit über entrollt. Sie unterstützen den Fußballverein Novi Pazari aus der gleichnamigen Stadt in Serbien, unweit der Grenze zum Kosovo.

„Wir haben eine tolle Zeit im Kosovo. Wir hatten keinerlei Probleme. Wir hoffen, beim nächsten Mal zu einem Fußballspiel wiederzukommen. Wir hoffen aber, dass dies so bald wie möglich möglich sein wird. Diese absurde Entscheidung sollte rückgängig gemacht werden“, sagt der bosnische Fan.

Kosovos Handballvereine treffen häufig auch auf Mannschaften aus Bosnien und Herzegowina. In Städten mit mehrheitlich bosniakischer Bevölkerung gibt es dabei in der Regel keine Probleme. Anders verhält es sich bei Spielen in Städten der Republika Srpska, einer der beiden Entitäten Bosnien und Herzegowinas. So wurden beispielsweise in Banja Luka Albaner während Handballspielen schwer beleidigt.

Und gerade wegen der Existenz der Republika Srpska erkennt Bosnien und Herzegowina Kosovo nicht an, und die beiden Länder tragen keine Fußballspiele aus.

 

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