(Bild) – Kaum ein Verein hatte Interesse an ihm – und jetzt gehört er zu den Top-Klubs. Nach seinem glänzenden Auftritt gegen Real Madrid und dem Einzug ins Champions-League-Halbfinale, wo die Bayern auf PSG treffen, reiht sich Trainer Vincent Kompany in die Riege der legendären Bayern-Trainer ein.
Der Belgier ist der elfte Trainer, der die deutschen Meister bisher in die Champions League geführt hat.
Jupp Heynckes, Pep Guardiola, Louis van Gaal und jetzt Kompany. Eines ist sicher – ein Großteil des Erfolgs ist ihm zu verdanken.
Zu Beginn seiner Tätigkeit deutete nichts auf eine solche Erfolgsgeschichte hin. Kompany kam im Juli 2024 zum FC Bayern. Seine Verpflichtung war umstritten. Er war eine Last-Minute-Lösung, nachdem mehrere Kandidaten für die Nachfolge von Thomas Tuchel abgelehnt worden waren.
Der aktuelle englische Nationaltrainer blieb in der Saison 2023/2024 ohne Titel, nachdem Bayern München elf Meistertitel in Folge gewonnen hatte.
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Kompanys Name machte in der englischen Presse Schlagzeilen.
„Vincent Kompany wird Trainer des FC Bayern, obwohl Burnley mit nur 24 Punkten aus der Liga abgestiegen ist“, schrieb die Daily Mail.
„Eurosport kommentierte, es wirke, als ob Liverpool versuchen würde, Timo Schultz abzuwerben.“
Der Experte Gary Lineker hatte ebenfalls ernsthafte Zweifel.
„Kompany birgt definitiv ein Risiko, weil ihm die Erfahrung fehlt. Hier wird man keinen Pep Guardiola haben. Er hat sein Entwicklungspotenzial noch nicht ausgeschöpft. Zuerst war er Trainer in Belgien und dann bei Burnley“, sagte Lineker damals.
Hoenesse: Wir waren anfangs skeptisch.
Uli Hoeneß gab kürzlich gegenüber „Kicker“ erneut zu: „Zuerst waren wir skeptisch, er war die vierte oder fünfte Person, mit der wir sprachen.“
Am Ende hatte Sportdirektor Max Eberl den mächtigen Aufsichtsrat von seiner Idee überzeugt, einen noch unerfahrenen Trainer für eine Ablösesumme von 10.5 Millionen Euro vom Absteiger Burnley zu verpflichten.
„Als wir Pep Guardiola vor der Verpflichtung von Vincent anriefen und ihn fragten, was er von ihm halte, sagte er, wir könnten ihn verpflichten, ohne ihn überhaupt gesehen zu haben“, erinnert sich Hoeneß.
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Bayern sah Kompany auf der Bank, aber mit dem Ziel, in Paris zu gewinnen.
Bayern macht rasante Fortschritte in der Bundesliga und in Europa
Zweiundzwanzig Monate später mischt Bayern die Bundesliga und Europa auf – mit 157 Toren in 46 Spielen. Doch was macht Kompany so besonders? Die Bayern sind froh, dass er sowohl intern als auch extern eine bemerkenswerte Ruhe ausstrahlt – im Gegensatz zu Tuchel oder Nagelsmann, die öffentlich Transfers forderten oder in Pressekonferenzen Probleme ansprachen.
Im Inneren hat er die Mannschaft wieder zusammengeführt. Kompany hat das Selbstvertrauen des Vereins und den berühmten „Mia san mia“-Geist wiederhergestellt. Er hat sein Team dazu gebracht, einen Fußball zu spielen, der alle begeistert. Die Fans können es kaum erwarten, wieder ins Stadion zu gehen.
Präsident Herbert Hainer nannte dies einen „Schlag des Schicksals“ für Bayern.
Geschäftsführer Jan-Christian Dreesen lobte Kompany nach dem Sieg gegen Real Madrid.
Die Stimmung in der Kabine ist gut – nicht zuletzt, weil Kompany den Spielern gegenüber Einfühlungsvermögen zeigt, beispielsweise indem er ihnen nach einem Spiel immer einen freien Tag gibt. Kompany kann aber auch hart sein und an seinen Entscheidungen festhalten. So stand Leon Goretzka beispielsweise nur selten in der Startelf wichtiger Spiele. Nach Bayerns spektakulärem Sieg gegen Real Madrid umarmten sich die beiden jedoch.
Eine flammende Rede gegen Rassismus
Ein weiterer Höhepunkt von Kompanys Rede war seine eindringliche Ansprache gegen Rassismus im Anschluss an einen Vorfall mit Vinicius Junior im Champions-League-Spiel zwischen Benfica und Real Madrid. Seine Worte waren zutiefst bewegend.
Bild-Redakteur Walter M. Straten sagte im September über Kompany, dass er auf dem richtigen Weg sei, ein großartiger Bayern-Trainer zu werden.
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"Um das zu schaffen, muss man natürlich erst einmal das Viertelfinale der Champions League überstehen."
Und Kompany ist es gelungen.