Fußball

Hajdari enthüllt, was ihn dazu bewogen hat, sich für Kosovo und gegen die Schweiz zu entscheiden.

Albian Hajdari

„Das kleine Kosovo kann Geschichte schreiben, indem es sich zum ersten Mal für ein großes Turnier qualifiziert. Die Chance ist da, wir müssen sie nutzen…“

Von Juli bis Oktober war Albian Hajdaris Name in aller Munde, insbesondere nach seinem Wechsel von Lugano nach Hoffenheim und vor allem nach seiner Entscheidung, für Kosovo und nicht für die Schweiz zu spielen.

In einem ausführlichen Interview mit dem „Corriere del Ticino“ verriet Hajdari unter anderem, was ihn dazu bewogen hatte, sich für Kosovo und gegen die Schweiz zu entscheiden.

Der 22-jährige Innenverteidiger gab letzten Monat sein Debüt für Kosovo und spielte die vollen 90 Minuten bei einem torlosen Unentschieden gegen Slowenien sowie bei einem 1:0-Sieg gegen Schweden.

Er galt als einer der Besten auf seinem Gebiet. 

„Der kosovarische Fußballverband hatte anderthalb Jahre lang Interesse bekundet, in denen ich auch mein Debüt für die Schweiz gab. Und ja, es war nicht einfach, die verschiedenen Situationen unter einen Hut zu bringen. Ich bin Kosovare und fühle mich auch so. Ich habe zahlreiche Gespräche mit Murat Yakin und dem kosovarischen Nationaltrainer Franco Foda geführt. Die Gefühle, die ich während dieser Gespräche empfand, sowie weitere persönliche Gründe, haben mich und mein Umfeld dazu bewogen, uns für Kosovo zu entscheiden“, sagte Hajdari.

Er hat erklärt, sein Traum mit Kosovo sei die Qualifikation für die Weltmeisterschaft oder die Europameisterschaft. Er ist überzeugt, dass die Mannschaft das Potenzial hat, sich erstmals für ein großes Turnier zu qualifizieren.

Kosovo ist im Rennen um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft, die nächstes Jahr in den USA, Mexiko und Kanada stattfindet. 

Kosovo belegt mit sieben Punkten den zweiten Platz in Gruppe B. Die Schweiz führt die Gruppe mit zehn Punkten an, Slowenien liegt mit drei Punkten auf dem dritten Platz. Schweden ist mit einem Punkt Schlusslicht.

Kosovo bestreitet diesen Monat zwei entscheidende Spiele. Am 15. November spielt die Mannschaft in Ljubljana gegen Slowenien und am 18. November empfängt sie die Schweiz in Pristina.

„Das kleine Kosovo kann Geschichte schreiben, indem es sich zum ersten Mal für ein großes Turnier qualifiziert. Die Chance ist da, sie muss genutzt werden, selbst wenn das bedeutet, dass die Schweiz gegen Schweden verliert. Wir sind uns dessen bewusst, genauso wie wir wissen, dass wir in Ljubljana und in Pristina gegen die Schweiz so viele Punkte wie möglich holen müssen. Dieses Abenteuer mit Spielern und ehemaligen Teamkollegen wie Kreshnik Hajrizi und Amir Shaip zu erleben, macht alles natürlich noch besonderer. Selbst für sie, die noch in einer Liga wie der Superliga spielen, sind die Risiken groß“, betonte Hajdari.

Er ist zuversichtlich, dass Shaipi für Lugano wieder eine wichtige Rolle spielen wird. Hajdari spielte bereits vor seinem Wechsel zu Hoffenheim im Sommer mit Shaipi bei Lugano zusammen.

„Für einen Torwart ist es besonders schwierig, mit solchen Dynamiken umzugehen. Amiri startete die Saison als Nummer eins und fand sich plötzlich auf der Bank wieder. Wir hatten im letzten Trainingslager Gelegenheit, darüber zu sprechen, und ich kenne seinen Charakter. Ich glaube, dass ihn die Erfahrung mit Cornaredo nur noch stärker gemacht hat. Man kann nur aus solchen Situationen lernen, indem man reagiert und mit seinen Werten und Qualitäten beweist, dass man wieder Stammtorwart von Lugano werden kann. Ich bin überzeugt, dass er das kann, und das wünsche ich ihm von Herzen“, sagte Hajdari.

Shaipi ist der zweite Torhüter des Kosovo und war seit Anfang September auch zweiter Torhüter der Schweizer Mannschaft Lugano.

Shaipi wird voraussichtlich für Kosovo gegen Slowenien in der Startelf stehen. Stammtorhüter Aro Muric ist gesperrt.