Pep Guardiola verteidigte seine Entscheidung, sich zu Konflikten in der Welt zu äußern, und fragte: „Warum sollte ich nicht meine Gefühle ausdrücken, nur weil ich Trainer bin?“
Am Dienstag erklärte der Trainer von Manchester City, er wolle seine Position nutzen, „um sich für eine bessere Gesellschaft einzusetzen“. In einer Pressekonferenz sprach er über den Schmerz, den er für die Opfer von Konflikten weltweit empfinde. Unter anderem ging er auch auf den Völkermord in Palästina ein.
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Leserbrief – Warum wir um Ihre Unterstützung bitten BeitragenFür seine leidenschaftliche Rede zur Verteidigung der Opfer weltweit erntete er breite Anerkennung. Doch es gab auch Kritiker. So rieten beispielsweise jüdische Gemeindevorsteher dem Spanier, sich „auf den Fußball zu konzentrieren“ und „in Zukunft vorsichtiger mit seiner Wortwahl umzugehen“.
Doch der 55-Jährige wich auch auf die Aufforderung, zu diesen Kommentaren Stellung zu nehmen, nicht zurück.
„Ehrlich gesagt habe ich nichts Besonderes gesagt. Ich empfinde das nicht so“, sagte Guardiola am Freitag.
Letzte Woche hielt Pep Guardiola bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Barcelona eine Rede zur Unterstützung palästinensischer Kinder. Am Dienstag nutzte er seine Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Newcastle, um sich zu den in Konfliktgebieten weltweit getöteten und verletzten Kindern zu äußern. Einer der besten Trainer der Welt sagte, die Bilder, die er sehe, schmerzten ihn zutiefst.
Er hatte Palästina, die Ukraine, den Sudan und sogar die jüngsten Erschießungen durch Beamte der US-Einwanderungs- und Zollbehörde erwähnt.
„Warum sollte ich meine Meinung nicht äußern dürfen? Nur weil ich Trainer bin? Ich stimme zwar nicht zu, respektiere aber alle Meinungen. Im Grunde genommen wollte ich nur wissen, wie viele Konflikte es aktuell auf der Welt gibt. Wie viele? Viele, und ich verurteile sie alle. Wenn unschuldige Menschen getötet werden, verurteile ich alle Konflikte und treffe keine Wertung, welcher wichtiger sei als der andere oder welches Land wichtiger als ein anderes“, betonte Guardiola.
Er hat nicht die Absicht, seine öffentliche Unterstützung für die Opfer aufzugeben.
„Wenn Sie meine Botschaft verstanden haben, okay. Ich kann nichts anderes sagen. Wenn man im Fußball aktiv ist, spricht man nicht über dies oder das. Deshalb schweigt die Welt. Das ist es, was die Welt will, richtig? Schweigen, nichts sagen. Ich denke, es ist genau umgekehrt, aber so ist es nun mal“, sagte Pep Guardiola.