Am Nachmittag zum ersten Mal in der Serie A in Florenz von Beginn an dabei, am Abend auf dem Podium in Middelkerke.
Ardon Jashari spielte am Sonntag eine Stunde lang beim 1:1-Unentschieden des AC Mailand gegen die Fiorentina, und wenige Stunden später gewann er überraschenderweise in Belgien die Auszeichnung zum Spieler des Jahres 2025.
„Es war ein komplettes Chaos“, sagte Jashari. „Fünfzehn Minuten nach dem Spiel in Florenz bin ich zum Flughafen gefahren.“
Ein Privatflugzeug wartete auf Jashari. Er flog zu dem Saal, in dem die Verleihung des 72. belgischen Goldenen Schuhs stattfand.
„Ich hatte nur fünf Minuten Zeit zum Umziehen. Es war ein sehr anstrengender Tag, aber es hat sich gelohnt“, sagte Jashari. „Es gibt mir ein wirklich tolles Gefühl. Es ist unglaublich.“
Der Mittelfeldspieler gab zu, dass er nach seinem Wechsel vom FC Brügge zum AC Mailand im vergangenen Sommer nicht damit gerechnet hatte, die Auszeichnung als bester Spieler zu gewinnen.
„Als ich im Sommer nach Mailand wechselte, dachte ich, ich könnte den ‚Goldenen Schuh‘ vergessen. Dass ich ihn nun doch noch in nur einer Wahlrunde gewonnen habe, freut mich riesig. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Er ist sehr emotional“, betonte der Mittelfeldspieler.
Der 23-jährige Jashari wurde mit 351 Punkten aus der ersten Wahlrunde zum besten Spieler der belgischen Meisterschaft 2025 gekürt. Ihm folgten seine beiden ehemaligen Teamkollegen vom Club Brügge, Hans Vanaken mit 304 Punkten und der Topfavorit Christos Tzolis mit 243 Punkten.
Jashari ist der erste, der den „Goldenen Schuh“ gewinnt, obwohl erst die Hälfte der Stimmen ausgezählt ist, seit Gilles De Bilde diese Auszeichnung 1994 erhielt.
„Ich weiß, was diese Auszeichnung in Belgien bedeutet“, sagte er und nickte. „Sie bedeutet mir auch persönlich sehr viel. Ich hatte eine fantastische Saison in Belgien mit dem Club Brügge. Das ist außergewöhnlich. Ich bin in Brügge wirklich gereift, sowohl als Spieler als auch als Mensch. Belgien ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich habe hier so viele wunderbare Menschen kennengelernt. Diese Auszeichnung macht das letzte Jahr noch besonderer.“
Dass es gerade jetzt passiert ist, macht es für Jashari umso bedeutsamer. Er war im vergangenen Herbst aufgrund einer Verletzung über drei Monate außer Gefecht gesetzt.
„Deshalb ist diese Auszeichnung umso wertvoller“, sagt er lächelnd. „Es war eine schwierige Zeit.“
Gleichzeitig wollte er seinem ehemaligen Team seinen besonderen Dank aussprechen.
„Ich habe kurz mit Hans und Christos gesprochen. Ich möchte später noch mit anderen ehemaligen Mannschaftskameraden sprechen. Ich bin allen beim Club Brügge sehr dankbar.“
Und das Feiern? Das ist das Beste nach so einem Tag.
„Ich werde ein bisschen feiern. Ich möchte diesen Moment mit meiner Familie verbringen“, sagte Ardon Jashari.