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Wirtschaft

Misini: Die Inflation beträgt nicht nur 6 Prozent, sondern viel mehr

Shkumbin Misini

Shkumbin Misini, Professor für Wirtschaftswissenschaften, sagte, dass die Daten der kosovarischen Statistikbehörde zur Inflation von 6 Prozent im Februar dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr die tatsächliche Situation der Preissteigerungen im Kosovo nicht widerspiegeln.

Laut ASK wurde der Preisanstieg hauptsächlich durch gestiegene Kosten für Lebensmittel, Dienstleistungen und bestimmte Transportarten verursacht. Professor Misini zufolge ist die von ASK angewandte Methodik jedoch für die wirtschaftliche Lage im Kosovo ungeeignet.

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„Die Inflation ist höher, weil ASK dieselbe Methode anwendet wie die am weitesten entwickelten Länder der Welt – und zwar bei den meisten Variablen, einschließlich der Flugpreiserhöhungen. Wir hingegen haben grundlegende Probleme. Wir sind das ärmste Land Europas. Uns fehlt es an Strom, und ein Vergleich mit den entwickelten Ländern anhand derselben Methoden ist nicht zielführend“, sagte er in der Sendung „60 Minutes“ auf KTV.

Laut Misini sollten die Daten unter Berücksichtigung der jeweiligen Länderspezifika erhoben werden. Im Falle des armen Kosovo sollten, so Misini, Grundnahrungsmittel als Grundlage dienen.

„Je mehr Produkte, beispielsweise Flugtickets, desto niedriger die Inflation. Sie liegt nicht bei 6, sondern um ein Vielfaches höher. Bei Grundnahrungsmitteln ist sie sogar noch viel, viel höher. Um ein Beispiel zu nennen: Im Zeitraum von 2020 bis 2026 sind drei Grundnahrungsmittel – Zucker, Öl und Mehl – ​​um über 65 Prozent teurer geworden“, fuhr er fort.

Seinen Angaben zufolge lässt sich Kosovo methodisch nicht mit entwickelten Ländern vergleichen, die andere Standards haben und für die Reisen und Urlaub normal sind. „Für uns ist es ein Luxus“, fügte er hinzu.

Er sagte, er erwarte, dass das Jahr 2026 in dieser Hinsicht herausfordernd werden werde.

Seinen Angaben zufolge sind die Gründe für die gestiegenen Produktpreise der letzten Jahre der Krieg in der Ukraine und die westlichen Sanktionen gegen Russland, die gestiegenen Energiepreise und die Erhöhung des Mindestlohns. Er erklärte, Kosovo leide unter dem ersten Punkt, da es ein Importland sei. Zum Thema der gestiegenen Energiepreise sagte er, dies habe eine Kettenreaktion ausgelöst und andere Produkte verteuert. Was den Mindestlohn angehe, so sagte er, dessen Erhöhung „ohne Produktivitätssteigerung führt zu Inflation“. Seiner Ansicht nach müsse die Erhöhung des Mindestlohns proportional zur Produktivität erfolgen.