DIE WELT

Mexikanischer Bürgermeisterkandidat während Live-Übertragung erschossen

Yesenia Lara Gutierrez

Die Bürgermeisterkandidatin der mexikanischen Stadt Texistepec, Yesenia Lara Gutierrez, wurde am Sonntagabend während einer zeremoniellen Wahlkundgebung getötet. Bei dem Anschlag, der sich vor den Augen der Öffentlichkeit ereignete, kamen drei weitere Menschen ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt.

Der tragische Moment wurde in einem Facebook-Livestream festgehalten. Gutierrez war zu sehen, wie er seine Anhänger begrüßte, bevor etwa 20 Schüsse zu hören waren. Das Video, das die ersten Momente des Chaos und der Panik zeigt, war am nächsten Tag immer noch auf ihrer Facebook-Seite verfügbar.

VIDEO:

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum bestätigte den Angriff am Montag auf einer Pressekonferenz und erklärte, die Motive seien noch unklar. Sie sagte, die Bundesregierung stimme sich mit den Behörden im Bundesstaat Veracruz ab und habe sofortige Unterstützung für die Ermittlungen angeboten.

„Wir arbeiten mit den lokalen Behörden zusammen, insbesondere mit dem Sicherheitsminister, und sind bereit, während dieser Wahlperiode jede erdenkliche Unterstützung zu leisten“, erklärte Sheinbaum und erwähnte auch die bevorstehenden Wahlen am 1. Juni in Veracruz und Durango.

Yesenia Lara Gutierrez war Mitglied der regierenden Morena-Partei und eines der vier Opfer dieses blutigen Angriffs. Drei weitere Personen wurden verletzt und werden medizinisch versorgt, während die Ermittlungen andauern.

Gewalt gegen politische Kandidaten ist in Mexiko zu einem wiederkehrenden Phänomen geworden, insbesondere während Wahlperioden. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete das Land eine Rekordzahl politisch motivierter Gewalttaten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Data Cívica wurden im Jahr 2023 661 Angriffe auf Einzelpersonen und politische Strukturen gemeldet, die meisten davon im Zusammenhang mit lokalen Kandidaturen.

In den letzten Monaten kam es zu mehreren weiteren schockierenden Morden, darunter dem des Bürgermeisterkandidaten im Bundesstaat Guerrero im Mai 2024 sowie dem des Bürgermeisters von Cotija in Michoacán. Im Oktober letzten Jahres wurde der Bürgermeister von Chilpancingo weniger als eine Woche nach seinem Amtsantritt ermordet.

Die mexikanischen Behörden haben Gerechtigkeit und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Kandidaten während der Wahlperiode versprochen. Aber ohne Erfolg.