Russland hat wiederholt Drohnen und Raketen in eine Flugbahn nahe des Kernkraftwerks Tschernobyl abgefeuert, das während der Angriffe auf die Ukraine nicht in Betrieb ist, wodurch das Risiko eines schweren Unfalls erhöht wird, sagte der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko gegenüber Reuters.
Kravchenko hat bisher nicht gemeldete russische Militäraktivitäten in der Nähe ukrainischer Atomkraftwerke detailliert beschrieben, während sich die Ukraine darauf vorbereitet, am Sonntag den 40. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe von 1986 zu begehen.
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Leserbrief – Warum wir um Ihre Unterstützung bitten BeitragenNeben dem stillgelegten Kernkraftwerk Tschernobyl verfügt die Ukraine über vier Kernkraftwerke, darunter das größte in Europa, das sich in der südlichen Region Saporischschja befindet und seit Moskaus vollständigem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 von russischen Streitkräften besetzt ist.
Sowohl das Kernkraftwerk Tschernobyl als auch das Kernkraftwerk Chmelnyzkyj mit zwei Reaktoren in der Westukraine lägen seit der Invasion im Flugweg russischer Kinzhal-Hyperschallraketen, sagte Kravchenko.
Er sagte, dass 35 Kinzhal-Raketen in unterschiedlichen Entfernungen innerhalb von etwa 20 km um das Kernkraftwerk Tschernobyl bzw. das Kernkraftwerk Chmelnyzkyj entdeckt worden seien.
„Solche Raketenstarts lassen sich durch keinerlei militärische Erwägungen erklären. Es ist klar, dass Flüge über Atomanlagen ausschließlich zu Einschüchterungs- und Terrorzwecken durchgeführt werden“, sagte er.
Die Aufsichtsbehörde der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) berichtet regelmäßig über militärische Aktivitäten in der Nähe von Kernkraftwerken und Angriffe auf elektrische Umspannwerke, die für die nukleare Sicherheit von entscheidender Bedeutung sind.
„IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi hat wiederholt seine tiefe Besorgnis über die Risiken dieser militärischen Aktivitäten für die nukleare Sicherheit zum Ausdruck gebracht“, erklärte die Behörde.