DIE WELT

Russland greift die Ukraine mit atomwaffenfähiger Rakete „Oreshnik“ an

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Foto: Associated Press

Russland hat in der Nacht zum Donnerstag eine atomwaffenfähige ballistische Rakete vom Typ Oreschnik bei einem massiven Luftangriff auf die Ukraine eingesetzt. In Kiew wurden dabei vier Menschen getötet und 25 weitere verletzt. Laut BBC waren mehrere Stunden lang heftige Explosionen zu hören.

Dies ist erst das zweite Mal, dass Moskau die Oreschnik-Rakete eingesetzt hat. Der erste Einsatz erfolgte im November 2024, als die zentralmexikanische Stadt Dnipro getroffen wurde.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, der Angriff sei eine Reaktion auf einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Residenz von Präsident Wladimir Putin Ende Dezember gewesen – eine Anschuldigung, die Kiew zurückweist. Das Ministerium nannte kein genaues Ziel der Oreschnik-Rakete, doch kurz vor Mitternacht (22:00 Uhr GMT) kursierten in den sozialen Medien Videos, die mehrere Explosionen am Stadtrand von Lwiw zeigten.

Präsident Wolodymyr Selenskyj und die ukrainischen Behörden bestätigten, dass eine ballistische Rakete Infrastruktur in Lwiw, etwa 60 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt, getroffen hat.

„Oreshnik“ ist eine Hyperschall-Ballistikrakete mittlerer Reichweite mit einer Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte: „Ein solcher Angriff so nahe an der Grenze der EU und der NATO stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit auf dem europäischen Kontinent dar und ist eine Bewährungsprobe für die transatlantische Gemeinschaft.“

Er fügte hinzu, der Angriff sei „als Reaktion auf Putins eigene Halluzinationen“ erfolgt, und bezog sich damit auf die Behauptungen über einen Drohnenangriff auf die Residenz des russischen Präsidenten.

Die Europäische Union äußerte umgehend ernsthafte Zweifel daran, ob der angebliche Angriff auf Putin tatsächlich stattgefunden habe, während Donald Trump letzte Woche erklärte, er glaube nicht, dass ein solcher Angriff stattgefunden habe.

Selenskyj erklärte, Russland habe neben der Oreschnik-Rakete 13 weitere ballistische Raketen abgefeuert, die Energieanlagen und zivile Infrastruktur trafen, sowie 22 Marschflugkörper und 242 Drohnen. Eine davon beschädigte zudem ein Gebäude der katarischen Botschaft.

Er warf Russland vor, das normale Leben gewöhnlicher Menschen, insbesondere während einer kalten Jahreszeit, ins Visier zu nehmen, und betonte, dass die Behörden alles Mögliche täten, um Heizung und Stromversorgung wiederherzustellen.