Der Gewinner der ungarischen Wahl, Peter Magyar, hat mit seiner Tisza-Partei seine parlamentarische Supermehrheit auf 141 der 199 Sitze in der Nationalversammlung ausgebaut, nachdem die Briefwahlstimmen, die Stimmen der Auslandsvertretungen und die übertragenen Stimmen ausgezählt wurden, wie das Wahlbüro am Samstag mitteilte.
Die Mitte-Rechts-Partei Tisza hat bei den Wahlen am Sonntag einen Erdrutschsieg errungen und damit die 16-jährige Herrschaft des rechtsgerichteten Ministerpräsidenten Viktor Orban beendet, der für viele konservative Politiker im Westen zu einem Vorbild geworden war.
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Leserbrief – Warum wir um Ihre Unterstützung bitten BeitragenOrban räumte seine Niederlage schnell ein, nachdem Magyar bei einer Rekordwahlbeteiligung unerwartet eine deutliche Mehrheit errungen hatte – ein Ergebnis, das ihm erlauben könnte, Orbans umstrittene Rechtsstaatsreformen zu überdenken.
„Eine beispiellose Mehrheit, ein beispielloses Mandat und zugleich Verantwortung“, sagte Magyar in einer Erklärung zum Endergebnis.
Als Zeichen für das Ausmaß des politischen Wandels gilt, dass Orbáns Fidesz-Partei, die bei den Wahlen 2022 noch 87 der 106 Einzelwahlkreise gewonnen hatte, am Sonntag nur noch 10 Sitze errang und nun mit 52 Abgeordneten im Parlament vertreten sein wird.
Der Sieg der Magyar hat die ungarischen Vermögenswerte in die Höhe schnellen lassen, da man auf eine Neuausrichtung der Beziehungen zur EU hofft, die durch jahrelange Konflikte unter Orban belastet waren, sowie auf die Möglichkeit, Milliarden von Euro an EU-Geldern freizugeben, die wegen Reformen, die Brüssel als demokratiegefährdend bezeichnet, eingefroren wurden.
Nach einer ersten Auszählung hatte Tisza bereits 138 Abgeordnete im Parlament, womit sie die für die Rücknahme von Orbáns Verfassungsänderungen und die Bekämpfung der Korruption erforderliche Zweidrittelmehrheit überschritten hatte. Nach Auszählung aller Stimmen stieg die endgültige Zahl auf 141.