Eine Woche nach der US-Operation, die zur Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führte, werden die Details über die Geheimdiensterkenntnisse und die Planung der Mission immer deutlicher. Einige wichtige Fragen bleiben jedoch weiterhin ungeklärt.
Intelligenz
Die Operation erforderte monatelange Planung und Informationsbeschaffung. Im August soll die CIA ein Team verdeckter Ermittler nach Venezuela entsandt haben.
Da die USA in dem Land keine funktionierende Botschaft haben, konnte das Team keine diplomatische Tarnung nutzen und operierte in einem Gebiet, das in der Geheimdienstwelt als „No-Go-Zone“ bezeichnet wird. Ihre Aufgabe bestand darin, Ziele zu identifizieren und Personen zu rekrutieren, die bei der Operation helfen konnten.
US-Beamte gaben bekannt, dass sie über eine Schlüsselquelle verfügten, die äußerst detaillierte Informationen über Maduros Bewegungen lieferte – Informationen, die für den Erfolg der Mission entscheidend waren. Obwohl die Identität solcher Quellen üblicherweise streng geheim gehalten wird, wurde bald bekannt, dass es sich um eine „Regierungsquelle“ aus Maduros engstem Umfeld handelte.
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Laut CNN plant die USA eine dauerhafte CIA-Präsenz in Venezuela.
Dies hat zu zahlreichen Spekulationen darüber geführt, wer diese Person gewesen sein könnte und was nach der Operation mit ihr geschah. Ihre Identität bleibt jedoch ein Geheimnis.
Alle vor Ort gesammelten Informationen wurden mit technischen Daten wie Kartenmaterial und Satellitenbildern kombiniert, wodurch ein detailliertes „Mosaik“ für die Planung der Operation entstand.
Mission
Das Ausmaß, die Geschwindigkeit und der Erfolg der Operation wurden als beispiellos beschrieben.
„Alles lief wie am Schnürchen. So etwas kommt nicht oft vor. Nicht militärische Taktiken, sondern Geheimdiensterkenntnisse waren der Motor der Operation“, sagte David Fitzgerald, ehemaliger CIA-Einsatzleiter für Lateinamerika.
An der Mission waren rund 150 Flugzeuge beteiligt, während Hubschrauber sehr niedrig über das Gelände flogen, um das Gelände zu erreichen, auf dem sich Maduro aufhielt.
Eines der größten Rätsel bleibt, wie es den USA gelang, in Caracas den Strom abzuschalten und so den Einsatz von Spezialeinheiten zu ermöglichen.
„Die Lichter von Caracas gingen größtenteils dank unserer Expertise aus – es war dunkel und es war tödlich“, erklärte US-Präsident Donald Trump.
Die Tatsache, dass dem US Cyber Command öffentlich für seine Rolle gedankt wurde, hat Spekulationen darüber angeheizt, dass US-amerikanische Militärhacker im Vorfeld in venezolanische Netzwerke eingedrungen waren, um das Stromnetz zum richtigen Zeitpunkt lahmzulegen. Die Details sind jedoch weiterhin spärlich.
Das Versagen der chinesischen und russischen Luftverteidigung hat auch Fragen zum Einsatz fortschrittlicher Technologien der elektronischen Kampfführung und Signalstörung aufgeworfen. Dem US-Weltraumkommando wurde zudem vorgeworfen, einen Satellitenkorridor geschaffen zu haben, der es Spezialeinheiten ermöglichte, unbemerkt einzudringen.
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Es wird auch davon ausgegangen, dass Stealth-Drohnen (unbemannte Luftfahrzeuge) eingesetzt wurden, doch die genauen Details dürften wohl noch lange geheim bleiben.
Zusammenstoß
Experten für komplexe Operationen weisen darauf hin, dass es selten vorkommt, dass alles nach Plan verläuft. Ein Hubschrauber wurde getroffen, konnte aber weiterfliegen, und es gab keine Todesopfer unter den amerikanischen Streitkräften.
Über die bewaffneten Auseinandersetzungen im Fuerte-Tiuna-Komplex liegen weiterhin nur wenige Informationen vor. Die kubanische Regierung gab bekannt, dass 32 ihrer Staatsbürger von US-Truppen getötet wurden. Es handelte sich um Maduros Leibwächter, die von Kuba gestellt wurden. Kuba leistet auch umfassendere Sicherheitsunterstützung für das venezolanische Regime.
„Es ist wahrscheinlich, dass sich in Maduros unmittelbarem Umfeld so gut wie keine venezolanischen Offiziere befanden, während am äußeren Rand ein Mix aus verschiedenen Kräften zum Einsatz kam“, erklärt Fitzgerald gegenüber der BBC.
Die Schwäche des Widerstands hat den Verdacht genährt, dass einige Elemente des Regimes die Operation ermöglicht haben könnten.
US-Truppen nahmen Maduro fest, als er versuchte, sich in einem Sicherheitstresor einzuschließen, bevor er die Tür schließen konnte. Die Soldaten verfügten über Sprengsätze und Taschenlampen, um die Tür aufzubrechen, doch die Schnelligkeit der Festnahme deutet auf detaillierte Kenntnisse der Anlage hin.
Postoperativer Plan
Vor der Operation hatte die CIA eine geheime Bewertung der potenziellen Folgen eines Sturzes von Maduro vorgenommen.
Analysten kamen demnach zu dem Schluss, dass eine Zusammenarbeit mit Teilen des bestehenden Regimes eine größere Chance auf Stabilität biete als die Machtübernahme der im Exil lebenden Opposition. Dies bestärkte die Überzeugung, dass die USA mit Vizepräsidentin Delcy Rodriguez zusammenarbeiten sollten.
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Maduro wird nach New York geschickt.
Es wird angenommen, dass vor der Operation geheime Kontakte und Kommunikationskanäle zu Teilen des Maduro-Regimes bestanden, um verschiedene Szenarien und mögliche Positionen im Anschluss daran zu besprechen.
Die Einzelheiten dieser Kontakte bleiben rätselhaft, aber sie helfen zu verstehen, warum die Operation stattfand, warum sie erfolgreich war und was als Nächstes passieren könnte.