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DIE WELT

Merz fordert Russland auf, den Krieg in der Ukraine zu beenden.

Wolodymyr Selenskyj und Friedrich Merz

Foto: Associated Press

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf sich am Dienstag in Berlin mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen Land einer der größten Unterstützer der Ukraine in ihrem vierjährigen Krieg gegen Russland ist.

In einer Pressekonferenz mit Selenskyj bekräftigte Merzi die Unterstützung seines Landes für den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union und betonte die Notwendigkeit, „den im Dezember vereinbarten EU-Kredit für die Ukraine so schnell wie möglich in Kraft zu setzen“.

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Die Ukraine leidet unter akuter Finanznot und benötigt dringend einen von der Europäischen Union zugesagten Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro. Dieser wurde vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán blockiert, doch sein Rücktritt nach den Wahlen am Wochenende könnte die Freigabe des Kredits ermöglichen.

Merz hat Russland erneut aufgefordert, „diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden“, und erklärt, dass „Russland nichts zu gewinnen hat“.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius führte ebenfalls Gespräche mit seinem ukrainischen Amtskollegen Mykhailo Fedorov, dem ehemaligen Leiter der digitalen Transformation, der das neue Amt im Januar übernommen hat und für die Weiterentwicklung der militärischen Drohnentechnologie verantwortlich gemacht wird.

Die von den USA angeführten Bemühungen zur Beendigung des russischen Krieges in der Ukraine haben in den letzten Monaten nachgelassen, da der Krieg im Iran die Aufmerksamkeit der Trump-Administration auf sich gezogen hat. Tammy Bruce, die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, erklärte jedoch am Montag vor dem UN-Sicherheitsrat, Washington werde sich weiterhin für ein verhandeltes und nachhaltiges Ende des Krieges einsetzen.

Westliche Analysten und Beamte sagen, die Ukraine habe in den letzten Monaten gegen die zahlenmäßig überlegene russische Armee militärische Erfolge erzielt und damit eine von Russland im Frühjahr gestartete Offensive vereitelt, da sich die Wetterbedingungen verbessert hätten.

Russland kontrolliert etwa 20 % des ukrainischen Territoriums. Dazu gehört auch die Krim-Halbinsel, die Russland 2014 annektierte.

Kiew ist bei der Zielerfassung innerhalb Russlands stark auf amerikanische Geheimdienstinformationen angewiesen und benötigt fortschrittlichere, in den USA hergestellte Luftverteidigungssysteme, um russische Raketenangriffe auf das Stromnetz zu stoppen.

Sollte sich der Krieg im Iran in die Länge ziehen, könnte dies die für Kiew so wichtige Unterstützung der USA schwächen, was Selenskyj beunruhigt.

Darüber hinaus leidet das ukrainische Militär unter Personalmangel; es gibt rund 200,000 Desertionen und rund 2 Millionen Wehrdienstverweigerer, wie Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov im Januar erklärte.