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DIE WELT

Der ehemalige Bürgermeister von Istanbul muss sich wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten.

Ekrem Imamoglu

Ekrem Imamoglu

Foto: Associated Press

Der ehemalige Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu wird am Montag der Hauptangeklagte in einem umfangreichen Korruptionsprozess sein, der laut seiner Oppositionspartei und Menschenrechtsgruppen politisch motiviert ist.

Der 55-jährige Imamoglu ist wegen mehr als 140 Anklagepunkten angeklagt, darunter Korruption und die Führung einer kriminellen Organisation. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von bis zu 2,430 Jahren.

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Er und seine Partei, die Republikanische Volkspartei (CHP), weisen alle Anschuldigungen zurück. Sie beschuldigen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und seine Verbündeten, aufgrund der sinkenden Popularität des Präsidenten einen politischen Putschversuch unternommen zu haben.

Vor dem Prozess galt Imamoglu weithin als einer der wenigen Politiker, die Erdogan bei den Wahlen hätten besiegen können. Erdogan steht seit 2003 an der Spitze der türkischen Politik.

Imamoglu gab sich vor Prozessbeginn trotzig, wie sein Anwaltsteam im vergangenen Monat gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, und forderte Erdogan auf, sofort Neuwahlen auszurufen.

Weitere 407 Anhänger von Imamoglu wurden vor Gericht gestellt, ihnen wird vorgeworfen, ein kriminelles Korruptionsnetzwerk geleitet zu haben, das von einer Oppositionsfigur geführt wird, die von der Staatsanwaltschaft als dessen „Gründer und Anführer“ bezeichnet wird.

Der ehemalige Bürgermeister wurde im März letzten Jahres verhaftet, am selben Tag, an dem er zum Vorsitzenden der CHP und deren Präsidentschaftskandidat für die Wahlen 2028 ernannt wurde. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft im Gefängniskomplex Marmara, wo voraussichtlich sein Prozess stattfinden wird.

Unterdessen löste sein Verbot die größten Straßenproteste in der Türkei seit über einem Jahrzehnt aus, denen Hunderte von Verhaftungen und ein hartes Vorgehen der Polizei folgten.