Der Tatverdächtige bei dem Anschlag am Freitag in Magdeburg ist Taleb A aus Saudi-Arabien, ein Psychiater, der in Bernburg, etwa 40 Kilometer von Magdeburg entfernt, gelebt hatte.
Bei dem Anschlag am Freitag auf den Weihnachtsmarkt in Magdebur wurden fünf Menschen getötet und fast 200 weitere verletzt. Unter den Toten ist auch ein Neunjähriger.
Der Tatverdächtige war mit seinem Auto in die Menschenmenge gefahren. Die Motive hinter dem Angriff sind unklar, die Behörden gehen jedoch davon aus, dass er den Angriff allein verübt hat.
Aus seinen Beiträgen in den sozialen Medien geht hervor, dass er ein ausgesprochener Islamkritiker war und Verschwörungstheorien verbreitet hatte, in denen behauptet wurde, die deutschen Behörden hätten eine „Islamisierung“ Europas zum Ziel. schreibt „BBC“.
„Der Spiegel“ berichtete, dass ihn das Rostocker Gericht am 4. September 2013 zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt habe. Grund war die Störung der öffentlichen Ordnung „durch Androhung von Straftaten“. Man beurteilte ihn jedoch nicht als fähig, die Taten auszuführen. Der 50-jährige Taleb war 2006 nach Deutschland gekommen und reiste regelmäßig mit Reisepass und Visum ein, um nach Abschluss seines Medizinstudiums eine Ausbildung zu beginnen. Allerdings stellte er erst 2016 einen Asylantrag.
Er sagte bei der Anhörung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dass er den Islam verlassen habe und dass er ein Buch darüber schreibe, warum „der Islam als Religion keine Grundlage hat“. Das Buch wurde nie veröffentlicht.
Er sollte ebenfalls am 19. Dezember vor Gericht in Berlin erscheinen. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte ihm „Missbrauch von Notrufen“ vorgeworfen.
Er wurde zur Zahlung von 20 Tagessätzen zu je 30, also insgesamt 600 Euro Strafe verurteilt. Er hatte Berufung eingelegt und sollte am 19. Dezember vor Gericht in Berlin erscheinen, erschien aber nicht.
Das deutsche Innenministerium hat erklärt, es gehe davon aus, dass Taleb „islamfeindliche“ Ansichten vertritt.
Innenministerin Nancy Faeser hat dies bestätigt und hinzugefügt, dass „es das Einzige ist“, was sie bestätigen kann.
Staatsanwalt Horst Walter Nopens sagte, dass der Verdächtige befragt werde und ein Gerichtsverfahren folgen werde. Ihm werden voraussichtlich fünf Anklagepunkte wegen Mordes und schwerer Körperverletzung vorgeworfen.