Die EU ist nach wie vor gespalten in der Frage, ob Sanktionen gegen Israel verhängt werden sollen, obwohl einige Mitgliedstaaten das Land wegen der Lage im Gazastreifen und der Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland kritisieren.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, dass Vorschläge für eine teilweise Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel weiterhin im Raum stünden, dass sie jedoch voraussetzten, dass die Staaten ihre Positionen änderten, um in Kraft treten zu können.
Nach einem Treffen der EU-Außenminister am Dienstag erklärte sie gegenüber Reportern, dass diese Möglichkeit während des Treffens nicht zur Sprache gekommen sei, die Gespräche aber fortgesetzt würden.
Kallas wies die Kritik zurück, dass die Vorgehensweise des Blocks gegenüber Israel auf eine Doppelmoral hindeute – ein Vorwurf, der von einigen EU-Insidern erhoben wurde –, und äußerte gleichzeitig Zweifel an der Wirksamkeit der Sanktionen.
Unabhängig davon erklärte sie, die EU werde die Beschränkungen gegen den Iran durch die Verabschiedung neuer Sanktionen gegen Iraner, die an der Behinderung der freien Schifffahrt durch die Straße von Hormuz beteiligt sind, weiter ausdehnen.
Bei dem Treffen am Dienstag übten Irland, Spanien und Slowenien Druck auf Kallas aus, die teilweise Aussetzung des Assoziierungsabkommens Israels mit der EU wieder aufzunehmen. Dieser Vorschlag war im vergangenen Herbst unterbreitet worden, hatte aber nie eine Mehrheit gefunden.
Die drei Länder, die sich in der Vergangenheit für die Rechte der Palästinenser eingesetzt haben, schrieben letzte Woche an Kallas und beschrieben die „unerträglichen“ Zustände im Gazastreifen mit anhaltenden Verstößen gegen die Waffenruhe und unzureichendem Zugang zu humanitärer Hilfe sowie zunehmender Gewalt gegen Palästinenser im Westjordanland.
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Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez, einer der lautstärksten europäischen Kritiker des israelischen Krieges im Gazastreifen, forderte die EU am vergangenen Wochenende auf, ihr Assoziierungsabkommen mit Israel zu beenden.
Deutschland hat den Vorschlag zur Aussetzung des Abkommens jedoch als unangemessen bezeichnet. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul erklärte, dies müsse im Rahmen eines kritischen und konstruktiven Dialogs mit Israel geschehen.
Für die Aufhebung des Assoziierungsabkommens ist die einstimmige Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedstaaten erforderlich, für eine teilweise Aussetzung genügt hingegen die Mehrheit von 15 Mitgliedstaaten, die 65 % der EU-Bevölkerung repräsentieren.
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