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DIE WELT

Österreich vermutet russische Spionage durch Antennen in diplomatischen Gebäuden in Wien.

Russisches diplomatisches Gebäude in Wien

Österreich hat Bedenken hinsichtlich mutmaßlicher russischer Spionageaktivitäten geäußert, nachdem es vergangene Woche drei russische Diplomaten ausgewiesen hatte, denen vorgeworfen wurde, ihre diplomatische Immunität für Geheimdienstoperationen in Wien missbraucht zu haben, berichtete Euronews.

Die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sagte, ihr Land verfolge einen härteren Kurs im Kampf gegen Spionage und verwies konkret auf das, was sie als „Antennenwald“ an russischen diplomatischen Gebäuden in der Hauptstadt bezeichnete.

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Nach Angaben von Forschern, investigativen Journalisten und ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern sind mehrere russische diplomatische Einrichtungen in Wien mit großen Antennensystemen und Satellitenschüsseln ausgestattet, die zum Abhören von Kommunikationen genutzt werden können.

Eine von der Financial Times veröffentlichte Untersuchung ergab, dass einige dieser Antennen häufig bewegt und neu positioniert werden, was Experten für Systeme, die ausschließlich für diplomatische Kommunikation genutzt werden, als ungewöhnlich betrachten.

Ihm zufolge scheint ein russisches diplomatisches Gebäude im 22. Wiener Gemeindebezirk als reine Fernmeldeaufklärungsstation zu fungieren, während eine der Antennen regelmäßig ihre Richtung ändert, was den Verdacht nährt, dass sie dazu benutzt wird, bestimmte Kommunikationskanäle aufzuspüren und abzufangen.

Experten haben außerdem ungewöhnliche Strukturen auf dem Dach entdeckt, die aus leichten Materialien wie Holz und Kunststoff bestehen und Radomen ähneln – speziellen Gehäusen, die die Richtung und Funktion von Antennen verbergen.

Der ehemalige französische Geheimdienstagent Claude Moniquet sagte, solche Antennen könnten dazu verwendet werden, Radiowellen und Satellitenkommunikation abzufangen sowie Mobilfunkdaten zu sammeln.

Man geht davon aus, dass solche Geräte üblicherweise zwei Funktionen haben: die Kommunikation mit Moskau und Spionagetätigkeiten im Gastland.

Ähnliche Verdächtigungen wurden bereits zuvor gegen die US-amerikanischen und britischen Botschaften in Europa geäußert, während Wien aufgrund der Präsenz wichtiger internationaler Organisationen wie der UN, der Internationalen Atomenergie-Organisation und der OSZE weiterhin als eines der wichtigsten Zentren der internationalen Spionage gilt.