DIE WELT

Deutschland mit steigender Zahl an Neubürgern, viele eingebürgerte Syrer

Deutscher Pass

Deutscher Pass

Foto: Associated Press

Laut am Dienstag veröffentlichten offiziellen Daten verzeichnete Deutschland im vergangenen Jahr einen weiteren starken Anstieg der Zahl der Einbürgerungen, da eine große Zahl von Menschen aus Syrien dazu beitrug, die Einbürgerung auf den höchsten Stand seit 2000 zu bringen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 200,100 rund 2023 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft erworben. Dies bedeutet einen Anstieg von etwa 31,000 oder 19 % im Vergleich zum Vorjahr, berichtet AP.

Dem Anstieg folgte ein Anstieg um 28 % im Jahr 2022, der ebenfalls durch eine große Zahl eingebürgerter Syrer getrieben wurde, da immer mehr Menschen, die zwischen 2014 und 2016 nach Deutschland eingewandert waren, die Voraussetzungen für die Staatsbürgerschaft erfüllten. 

Nach Angaben des Statistikamtes haben sich im vergangenen Jahr 75,500 Menschen aus Syrien eingebürgert – die größte Einzelgruppe mit einem Anteil von 38 % an der Gesamtzahl. Diese Zahl ist im Vergleich zum Jahr 56 um 2022 % gestiegen. Sie hatten durchschnittlich 6.8 Jahre in Deutschland verbracht, bevor sie die Staatsbürgerschaft erlangten. 

Rund 10,700 Bürger aus der Türkei und dem Irak erhielten im vergangenen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft, womit diese Gruppen an zweiter Stelle stehen. 

Voraussetzung für die Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft ist die Ausübung eines Arbeitsplatzes in Deutschland sowie der Nachweis der Fähigkeit, für den Lebensunterhalt zu sorgen. 

Nach dem Gesetz vom letzten Jahr war es erforderlich, dass die Menschen seit mindestens acht Jahren in Deutschland gelebt haben. Dies galt jedoch nicht für Ehepartner und Kinder. Für Personen, die „weitere besondere Integrationsleistungen“ wie sehr gute Sprachkenntnisse, berufliche Erfolge oder bürgerschaftliches Engagement vorweisen, könnte die Frist auf sechs Jahre verkürzt werden.

Diese Regeln wurden mit der neuen Gesetzgebung, die am 27. Juni in Kraft treten wird, gestrichen. Ihm zufolge könne man die Staatsbürgerschaft nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland beantragen, bei „besonderen Integrationsleistungen“ nach drei Jahren. 

Außerdem erhalten in Deutschland geborene Kinder automatisch die Staatsbürgerschaft, wenn ein Elternteil seit fünf Jahren (statt bisher acht Jahren) seinen rechtmäßigen Wohnsitz hat.