DIE WELT

Taiwans neuer Präsident fordert China auf, die Drohungen einzustellen

Der neu ins Amt eingeführte Präsident Taiwans, William Lai

Der neu ins Amt eingeführte Präsident Taiwans, William Lai, hat China aufgefordert, die Bedrohung der Insel einzustellen und die Existenz seiner Demokratie zu akzeptieren, schreibt die BBC.

Kurz nach seiner Vereidigung am Montag forderte er Peking auf, Konfrontation durch Dialog zu ersetzen.

Er sagte auch, Taiwan werde angesichts der Einschüchterung durch China, das die Insel seit langem für sich beansprucht, niemals nachgeben.

Militärische Einfälle Chinas in die Gewässer und den Luftraum der Insel sind in den letzten Jahren zur Routine geworden und haben Konfliktängste geweckt. In seiner Rede nannte Lai dies „die größte strategische Herausforderung für globalen Frieden und Stabilität“.

Der 64-Jährige hielt aber auch eng an der Formel seiner Vorgängerin Tsai Ing-wen fest, deren Vermächtnis von ihrem sorgfältigen, aber stetigen Umgang mit Peking geprägt sein wird.

Lai, ein Arzt, der zum Politiker wurde, gewann im Januar ein dreiköpfiges Rennen um die Präsidentschaft und sicherte seiner Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) eine beispiellose dritte Amtszeit. Er war seit 2020 Tsais Vizepräsident und davor ihr Premierminister. In seiner Jugend war er als radikalerer Politiker bekannt, der offen die Unabhängigkeit Taiwans forderte, was Peking nicht entgangen ist.

Die chinesische Regierung hat noch keine Erklärung zu Lais Amtseinführung abgegeben.