Der Fall der französischen Basketballspielerin Clara Mertz hat eine nicht sehr beliebte Praxis im kosovarischen Basketball in den Vordergrund gerückt – die übermäßige Kompetenz von Trainern, insbesondere von ausländischen.
Mertz spielte im Herbst einige Wochen für Peja 03. Da sie die Erwartungen nicht erfüllen konnte, wurde ihr Vertrag vorzeitig nach Ablauf der zwei Monate wieder aufgelöst. Sie gab an, vom damaligen Trainer lediglich 200 Euro erhalten zu haben. Gleichzeitig warf sie dem Verein Peja vor, ihr 644 Euro zu schulden und sie respektlos behandelt zu haben. Diese Vorwürfe, die vom Verein entschieden zurückgewiesen wurden, erhob die französische Basketballspielerin Mertz gegenüber dem französischen Basketballportal „bebasket.fr“.
Nach der Veröffentlichung des Textes forderte der FBK eine Klarstellung der Anschuldigungen von Mertz und schrieb in einem Brief an den Peja-Club, dass das „Image“ des kosovarischen Basketballs „beschädigt“ worden sei.
Peja 03 hat dem Verband wie gewünscht seine Version der Angelegenheit übermittelt. Der Verein erklärte gegenüber KOHA außerdem, dass die Vereinbarung mit dem französischen Basketballspieler vom ehemaligen Trainer getroffen wurde.
Diese Praxis ist für den Basketballverband des Kosovo (KBK) inakzeptabel. Der KBK fordert eine klare und eindeutige Trennung der Verantwortlichkeiten und dass Vereinbarungen mit den Spielern von den Vereinen und nicht von den Trainern getroffen werden.
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Peja 03 hat alle Anschuldigungen der Französin zurückgewiesen. Die Tatsache, dass die Vereinbarung vom Trainer getroffen wurde und er laut Verein verpflichtet war, diese einzuhalten, ist für FBK jedoch inakzeptabel.
„Der Profivertrag mit Clara Mertz wurde ausschließlich vom ehemaligen Trainer Izzat Ismail unterzeichnet, nicht von der Vereinsführung oder dem Rechtsbeistand. Dies beweist, dass ihre Verpflichtung sein persönliches Projekt und keine institutionelle Entscheidung des Vereins war. Von der Rekrutierung über die Vertragsunterzeichnung und das sportliche Training bis hin zur Bezahlung übernahm der ehemalige Trainer persönlich die gesamte Betreuung und Abwicklung für die Spielerin. Auch die Bezahlung lag in seiner Verantwortung, da diese vom von ihm akquirierten Sponsor übernommen werden sollte“, schreibt KBF Peja 03 in einer Antwort an KOHĖN.
Diese Antwort wirft viele Fragen auf. Beispielsweise verfolgte der ausländische Trainer ein „persönliches Projekt“ in einem kosovarischen Verein. Laut der Antwort brachte dieser libanesische Trainer sogar einen Sponsor in den Verein, der Kosovo bei europäischen Wettbewerben vertrat. Und der Trainer gab, wie in keinem seriösen und etablierten Verein üblich, Geld an den ausländischen Spieler.
Das Unterzeichnen und Einhalten von Verträgen, die Sponsorensuche und die Durchführung von Projekten fallen in den Verantwortungsbereich der Vereinsführung. Der Trainer ist üblicherweise nur an der Spielerauswahl beteiligt. Andere Aufgaben, wie beispielsweise das Aushandeln von Vereinbarungen, obliegen der Vereinsführung.
Bei Peja 03 war das unter dem ehemaligen Trainer Ismail jedoch nicht der Fall.
In einem weiteren an Peja 03 gerichteten Schreiben sprach sich FBK gegen diese Praxis aus.
„Ungeachtet interner Regelungen, individueller Rollen oder Sondervereinbarungen mit Trainern, Sponsoren oder Dritten liegt die Verantwortung für das Engagement, die Behandlung und die Verpflichtungen gegenüber den Spielern im Rahmen offizieller nationaler und internationaler Wettbewerbe stets beim Verein als juristischer Person und Mitglied des Verbandes“, heißt es in dem zweiten Schreiben des FBK an den Verein Peja 03.
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„Der Verband kann und sollte nicht auf der Grundlage des Prinzips arbeiten, dass ein einzelnes Individuum sei es ein Trainer oder ein anderer Offizieller „Trägt die volle und unabhängige Verantwortung für Angelegenheiten, die in direktem Zusammenhang mit dem institutionellen Funktionieren des Vereins stehen. Ein solches Vorgehen steht nicht im Einklang mit den organisatorischen, professionellen und ethischen Standards, die der Verband zu schützen und zu fördern sucht“, heißt es weiter in dem Schreiben des FBK.
Auch in anderen Vereinen gab es Trainer, die mehr Verantwortung übernommen haben, als ihnen zustand. Häufig wird ausländischen Trainern vorgeworfen, Verbindungen zu Spieleragenturen zu unterhalten und ausschließlich ausländische Spieler aus den Reihen dieser Agenturen zu rekrutieren oder auszuwählen. Dies hat sich oft sehr negativ auf die sportliche Leistung ausgewirkt.