Das Berufungsgericht bestätigte am Dienstag die Eigentumsrechte der Überlebenden des Massakers von Suhareka, Shyhrete Berisha, an dem Haus, in dem sie mit ihrem Ehemann und ihren Kindern lebte, die während des Krieges getötet wurden.
In dem Urteil heißt es, dass das Berufungsgericht die Berufungen der Parteien zurückgewiesen und das erstinstanzliche Urteil des Grundgerichts in der Rechtssache Suhareka bestätigt habe, mit dem Berishas Recht auf Eigentum an ihrem Haus anerkannt wurde.
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Leserbrief – Warum wir um Ihre Unterstützung bitten BeitragenDiese Entscheidung freute Berisha, der seit der Nachkriegszeit für dieses Recht gekämpft hatte.
Ihr Anwalt, Miftar Qelaj, sagte, er habe Berisha sofort nach Erhalt des Urteils des Berufungsgerichts darüber informiert.
Shyhrete Berisha beansprucht seit 2001 das Erbrecht für das Anwesen ihres im Krieg gefallenen Ehemannes. Nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland in den Kosovo verweigerten ihr die Eltern ihres Mannes den Zugang zu dem Haus, in dem sie lebte, und auch das Erbrecht. Aus diesem Grund reichte sie Klage ein.
Im August 2022 entschied das Suhareka-Gericht in Prizren, dass Berisha das Recht auf die Hälfte des Hauses zusteht. In dem Urteil, das KOHA vorliegt, urteilte Richter Shaban Zeqiri, dass ihr entweder die zweite Hälfte des Hauses zugesprochen werden soll oder dass die Miteigentümer, die Brüder ihres Mannes, ihr eine Entschädigung in Höhe von über 130 Euro zahlen.
Dies war die dritte Entscheidung des Gerichts in diesem Fall infolge der Neuverhandlung.
Bereits 2017 hatte das Grundgericht Prizren entschieden, dass Berisha die Hälfte des Hauses sowie die Hälfte zweier Katastergrundstücke erhalten solle. Später wies das Gericht diese beiden Katastergrundstücke jedoch zurück, woraufhin ihr Verteidiger Berufung beim Berufungsgericht einlegte.
Die Anwältin von Shpresa Berisha-Rexhepi, die Shyhretas Schwager Xhelal Berisha vertritt, kritisierte die Gerichtsentscheidung ebenfalls. Sie erklärte, es gebe keine rechtliche Grundlage für die Anerkennung von Shyhretas Eigentumsanspruch.
Und was die Verlängerung dieses Prozesses betrifft, sagte Berisha damals, dass ihn dies emotional sehr belastet habe.
„Zuerst töteten die serbische Armee und Polizei meine Kinder, meinen Mann und meine gesamte Familie. Dann töteten mich die Albaner im übertragenen Sinne, das heißt, die Menschen, die ich respektierte, die ich kannte und die wollten, dass ich nicht mehr lebe, nicht mehr auf meinem Grundstück und dem meiner Kinder, dass sie für immer verschwinden… Es war extrem schwer für mich, ich kann nicht beschreiben, was ich in diesen Jahren durchgemacht habe… wie man so schön sagt: ‚Der Mensch ist stärker als Stein… Gerechtigkeit lässt auf sich warten, aber sie ist endlich da‘“, sagte Berisha im August 2022.