Der ehemalige stellvertretende Bildungsminister Dukagjin Pupovci sprach über die Herausforderungen, vor denen die Hochschulbildung im Kosovo steht, und betonte, dass der Rückgang der Studierendenzahlen an der Universität Pristina und anderen öffentlichen Universitäten das Ergebnis einer Reihe von Faktoren sei, denen die Institutionen nicht ausreichend Rechnung tragen.
„Im Jahr 2016/17 hatten wir rund 120 Studierende, jetzt ist diese Zahl auf 70 gesunken. Der Bevölkerungsschwund ist Realität, wird aber auch von anderen Faktoren beeinflusst, wie etwa der Rückgang der Studierenden- und Absolventenzahlen, die Konkurrenz durch private Universitäten und die irrationale Aufteilung der öffentlichen Universitäten im Land“, sagte Pupovci in der KTV-Sendung „Interaktiv“.
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Leserbrief – Warum wir um Ihre Unterstützung bitten BeitragenEr betonte, dass die Universität Pristina die Zulassungsquoten gesenkt habe, da man sich des mangelnden Interesses bewusst sei.
„Von 12 Highschool-Absolventen haben sich über 6 an der UP beworben. Dennoch ist die große Mehrheit an der UP“, sagte er.
Pupovci äußerte außerdem Bedenken hinsichtlich der Existenz von Programmen an der UP, die von nahezu keinem Interesse seien, und schlug vor, einige davon zusammenzulegen oder ganz abzuschaffen.
Laut Pupovci ist das Fehlen eines strategischen Ansatzes auf Regierungs- und akademischer Ebene zur Lösung dieser Probleme eine der größten Herausforderungen. Er erwähnte auch die Existenz von fünf juristischen und fünf wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten im öffentlichen Sektor als Bereiche, in denen dringendes Eingreifen erforderlich sei.
Hinsichtlich der Qualität der Hochschulbildung kam er zu dem Schluss, dass das akademische Personal ein Hauptfaktor für den Qualitätsrückgang sei, betonte jedoch, dass in jüngster Zeit klarere Kriterien festgelegt worden seien und eine langsame Verbesserung stattfinde.
Er gratulierte außerdem der Akkreditierungsagentur des Kosovo zu ihrer Rückkehr zum EQAR (European Quality Assurance Register in Higher Education) und bezeichnete dies als einen wohlverdienten Erfolg und ein Ergebnis ihrer Autonomie nach 2018.
„Die Kosovo-Akkreditierungsagentur ist die einzige aus dem Westbalkan, die Teil der EQAR ist. Dies wurde dank Lobbyarbeit und politischer Unterstützung erreicht, aber jetzt dürfen wir nicht schlafen. Die Rückkehr ist auf vier Jahre angelegt, und nach drei Jahren findet die nächste Bewertung statt“, so Pupovci abschließend.