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Eisenbahnprojekte auf dem Balkan verzögern sich, die Kosovo-Linie 10 ist sogar noch schlechter dran als zu Beginn des Projekts.

Kosovo-Eisenbahn

Foto: Liburn Aliu (Facebook)

Der Verkehr im Westbalkan profitiert von EU-Mitteln zur Verbesserung der Infrastrukturverbindungen in der Region. Die Integration in das europäische Kernverkehrsnetz schreitet jedoch langsam voran, wie aus einem Bericht des Europäischen Rechnungshofs hervorgeht. Der Bericht warnt davor, dass aufgrund von Verzögerungen bei der Umsetzung und operativen Problemen der Termin für die Fertigstellung des Kernverkehrsnetzes im Westbalkan im Jahr 2030 voraussichtlich nicht eingehalten werden kann.

Der Bericht analysiert, wie die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur durch den Investitionsrahmen für den Westbalkan (WBIF) beeinflusst, einen Mechanismus, der EU-Zuschüsse mit Darlehen internationaler Finanzinstitutionen für die Umsetzung von Infrastrukturprojekten kombiniert, berichtet das Medienunternehmen „Railway PRO“.

Die Europäische Kommission ist der Hauptfinanzier dieses Mechanismus und hat seit 2015 899 Millionen Euro bzw. 86 Prozent des Gesamtfonds beigesteuert. Der Verkehrssektor erhält mit einem Budget von 2.665 Milliarden Euro den größten Anteil der Investitionen, von denen zwischen 2015 und Mitte 2025 bereits 527 Millionen Euro ausgezahlt wurden.

Wichtige Projekte, aber mit Verzögerungen

Laut den europäischen Prüfern entsprechen die geförderten Projekte den Prioritäten der EU und der Westbalkanländer zur Stärkung der regionalen Vernetzung. Der Bericht hebt jedoch Mängel bei der Projektauswahl hervor, insbesondere hinsichtlich der Projektreife vor der Bewilligung der Fördermittel.

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Die Projekte begannen mit einer durchschnittlichen Verzögerung von 17 Monaten, da einige Anträge genehmigt wurden, ohne dass die vorbereitenden Unterlagen vollständig waren. In einigen Fällen fehlten Kosten-Nutzen-Analysen oder detaillierte, geprüfte Projektbeschreibungen.

Aus diesem Grund empfiehlt der Gerichtshof der Europäischen Kommission, nur Projekte zu finanzieren, die zur Umsetzung bereit sind und über eine vollständige und aktuelle Dokumentation verfügen.

Sechs Eisenbahnprojekte in vier Ländern

Die analysierte Stichprobe umfasst 12 Verkehrsprojekte in Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien und Serbien mit einem Gesamtwert von 341.6 Millionen Euro.

Darunter befinden sich mehrere wichtige Eisenbahnprojekte, wie die Bahnlinie 10 im Kosovo, der Korridor X und der Korridor Xc in Serbien sowie der Korridor VIII in Nordmazedonien.

Der Bericht hebt hervor, dass in diesen vier Ländern sechs Eisenbahnprojekte bewilligt wurden, drei der Strecken jedoch weiterhin nicht elektrifiziert sind und mit Dieseltriebwagen betrieben werden, wodurch die ökologischen Vorteile, die ein moderner Schienenverkehr mit sich bringen würde, reduziert werden.

Die Prüfer kommen außerdem zu dem Schluss, dass die Europäische Kommission nachhaltigen Verkehrsprojekten wie Eisenbahnen oder Binnenwasserstraßen, die einen größeren Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen leisten würden, nicht genügend Priorität eingeräumt hat.

Korridor ohne vollständige Anbindung in Nordmazedonien

Einer der im Bericht hervorgehobenen Fälle betrifft Nordmazedonien. Die Prüfer stellten fest, dass ein finanziertes Teilstück der Eisenbahnstrecke VIII in Richtung der bulgarischen Grenze genehmigt wurde, obwohl weder eine vollständige Verbindung mit dem Nachbarland gewährleistet noch Vereinbarungen bestanden, die den Betrieb des gesamten Korridors sicherstellen würden.

Dem Bericht zufolge könnten Finanzierungssegmente mit unzureichender Vernetzung die Wirkung europäischer Investitionen in das regionale Verkehrsnetz einschränken.

Probleme auf der Bahnstrecke Linie 10 im Kosovo

Der Bericht konzentriert sich insbesondere auf das Eisenbahnprojekt Linie 10 im Kosovo. Laut der Bewertung des Europäischen Rechnungshofs war der Zustand der Strecke zum Zeitpunkt der Prüfung schlechter als vor Beginn des Projekts.

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Der Bahnverkehr ist seit 2020 aufgrund des Einsturzes von Tunneln während der Bauarbeiten eingestellt, die Signal- und Elektrifizierungssysteme wurden erst im Juni 2025 installiert.

Die Prüfer nutzen diesen Fall, um die Risiken zu veranschaulichen, die mit Verzögerungen, begrenzten Kapazitäten der Begünstigten und der Nachhaltigkeit der Projektergebnisse verbunden sind.

Die Bahnlinie 10 ist Kosovos wichtigste Eisenbahnverbindung und verbindet das Land von der Grenze zu Serbien im Norden bis zur Grenze zu Nordmazedonien im Süden. Sie ist Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) und gilt als Kosovos wichtigste Eisenbahnverbindung in die Region und nach Europa. Das Modernisierungsprojekt wurde bereits 2014 geplant, die internationale Finanzierung in den Folgejahren gesichert. Die Arbeiten an der ersten Phase, dem Abschnitt Fushë Kosovë–Hani i Elezit, begannen 2019 mit dem Ziel, Gleise, Tunnel, Brücken, Signalanlagen und die Elektrifizierung zu erneuern. Das Projekt verzögerte sich jedoch mehrfach, und der Zugverkehr auf dieser Strecke ist seit 2020 aufgrund von Problemen bei den Tunnelarbeiten eingestellt.

Insgesamt kommt der Bericht zu dem Schluss, dass die Nachhaltigkeit der sieben analysierten Projekte aufgrund unvollständiger Verwaltungsverfahren, fehlender Mittel für weitere Investitionen, unzureichender Instandhaltung oder einer nicht voll ausgelasteten Infrastruktur nicht vollständig gewährleistet war.

Mangelhafte Aufsicht und schwache Überwachung

Der Europäische Rechnungshof stellt fest, dass die Europäische Kommission sich bei der Überwachung der Projektdurchführung hauptsächlich auf internationale Finanzinstitutionen stützt.

Dem Bericht zufolge war diese Aufsicht jedoch nicht immer ausreichend. Die Kommission hat nicht systematisch nach Beweisen gesucht, um die Umsetzungsrisiken zu bewerten, und hat in einigen Fällen Mängel in den öffentlichen Vergabeverfahren nicht erkannt.

Der Bericht kritisiert auch die Überwachung von Verzögerungen und betont, dass die von den Finanzinstitutionen erhaltenen Informationen nicht immer detailliert oder aktuell genug waren, um die wahren Ursachen der Probleme zu ermitteln.

Zusätzlich zu den Verzögerungen beim Projektstart kam es bei vielen Projekten während der Bauphase zu weiteren Verzögerungen von mehr als zwei Jahren, hauptsächlich aufgrund von Änderungen in den technischen Entwürfen und Verzögerungen bei der Erteilung von Genehmigungen.

Die Messung der Auswirkungen bleibt begrenzt

Zur Beurteilung des Gesamtfortschritts hat die Europäische Kommission drei Hauptindikatoren herangezogen: das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP), den Wert des Handels mit Waren und Dienstleistungen sowie den Index der menschlichen Entwicklung.

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Laut den Prüfern werden diese Indikatoren von vielen externen Faktoren beeinflusst und geben kein klares Bild der konkreten Auswirkungen von Projekten wieder, die über den WBIF finanziert werden.

Sie gehen davon aus, dass es sinnvoller wäre, den Fertigstellungsgrad der geförderten Korridore und den Grad der Übereinstimmung der Verkehrsnetze mit den Standards der Europäischen Union zu messen, um die Auswirkungen der europäischen Fördermittel genauer beurteilen zu können.