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Pollozhani: Die Diffamierung der Proteste als inszeniertes Ereignis, die Abkehr der Anführer vom Volk

Die Sozialpolitikforscherin Lura Pollozhani, die sich mit dem Westbalkan befasst, sagte, dass die Verunglimpfung der Proteste in Albanien, Serbien und Nordmazedonien durch die Staatschefs dieser Länder als inszeniertes Ereignis deren Flucht vor dem Volk sei.

Ihrer Ansicht nach sollten Demonstranten von den Führern ihrer Länder als Verräter bezeichnet werden, um ihre Forderungen zu delegitimieren. 

„Diese Kritik wird üblicherweise von den Führern jener Regime geäußert, deren Demokratie im Niedergang begriffen ist. Es ist eine Art Handbuch, in dem ihnen unterstellt wird, Agenten bestimmter Länder zu sein, Verräter zu sein. Dies ist ein Mittel, um völlig legitime Forderungen zu delegitimieren. Die Forderungen der Protestierenden in Serbien, Albanien und Mazedonien sind legitim. All diese Verleumdungsversuche dienen dazu, den Gegner zu diskreditieren. Sie zeugen von Arroganz und zeigen womöglich, wie weit diese Führer von ihrem Volk entfernt sind. Nur wer sich völlig von der Bevölkerung entfremdet hat, kann diese Frustration als inszeniert wahrnehmen“, sagte sie am Donnerstag in der KTV-Sendung „Interaktiv“.

Sie erwähnte auch einige Auswirkungen, die diese Proteste mit sich bringen könnten, die ihrer Meinung nach aber in demokratischen Ländern auftreten. 

„Diese Proteste könnten zwar zu einem Regierungswechsel führen, aber das allein entscheidet nicht über ihren Erfolg. Die wichtigste Botschaft ist derzeit: Wir zeigen dem Machthaber durch unsere politische Aktivität, dass wir ihn beobachten, ihn beurteilen und ihn ablehnen. Meine Sorge ist, was passiert, wenn diese Regierungen gegenüber diesen Protesten zu resistent werden“, fügte sie hinzu.