Nevzad Lutfiu, ehemaliger Vorsitzender des Albanischen Nationalrats in Serbien, sagte, dass die Zugeständnisse der kosovarischen Regierung an Serben, die in Parallelinstitutionen im Kosovo arbeiten, einen Verlust der Hoffnung für die Albaner in Serbien bedeuten.
In einem Facebook-Beitrag erklärte Lutfiu, die Entscheidung der kosovarischen Regierung vom Samstag sei unangemessen. Nur Gegenseitigkeit könne die Diskriminierung der Albaner im Preševo-Tal durch Serbien beenden.
Unterstützen Sie die ZEITDie Wahrheit bewahren.
Professioneller Journalismus liegt im öffentlichen Interesse. Ihre Unterstützung trägt dazu bei, dass er unabhängig und glaubwürdig bleibt. Unterstützen auch Sie uns! 1 Euro macht einen Unterschied.
Leserbrief – Warum wir um Ihre Unterstützung bitten Beitragen„Ich halte die Entscheidung der kosovarischen Regierung, von serbischen Parallelinstitutionen im Kosovo ausgestellte Dokumente anzuerkennen, für unangemessen. Serbien erkennt seit über einem Jahrzehnt keine Diplome kosovarischer Universitäten an, was bedeutet, dass über zehn Generationen von Fachkräften unser Land infolgedessen verlassen haben. Ich habe den Premierminister in seinem Bestreben nach Gegenseitigkeit stets unterstützt und bin überzeugt, dass nur dieses Bestreben die Diskriminierung der Albaner aus dem Preševo-Tal durch Serbien beenden kann. Sich von diesem Anliegen abzuwenden, würde den Albanern in Serbien jegliche Hoffnung rauben“, schrieb er auf Facebook.
Ragmi Mustafi, der politische Berater des Premierministers für Preševo, Medvedja und Bujanovac, reagierte in den Kommentaren darauf.
„Es ist nicht wahr, dass die kosovarische Regierung beschlossen hat, von serbischen Parallelstrukturen im Kosovo ausgestellte Dokumente anzuerkennen. Sie hat diese sogar offen vernichtet“, schrieb Mustafi.
Am Samstag stimmte die kosovarische Regierung zu, dass ab Sonntag die Umsetzung des Ausländergesetzes und des Fahrzeuggesetzes mit Erleichterungen für Serben beginnen soll, die in Parallelinstitutionen arbeiten oder an der Universität im Norden studieren. Auf Ersuchen der Europäischen Union, die ihren Sondergesandten für den Dialog, Peter Sørensen, zu diesem Thema in den Kosovo entsandte, erklärte sich der Kosovo bereit, serbischen Studierenden ohne kosovarische Dokumente zwölfmonatige Aufenthaltsgenehmigungen auszustellen und von illegalen Einrichtungen ausgestellte Ausweisdokumente für weitere drei Monate anzuerkennen. Die Entscheidung rief Reaktionen der Opposition hervor, wurde aber von den im Kosovo akkreditierten Botschaftern begrüßt.