Diplomatenkreisen zufolge bereitet die Europäische Kommission Pläne zur Aufhebung einiger Maßnahmen vor, genauer gesagt zur Hälfte davon. Dies würde die Freigabe von rund 200 Millionen Euro aus vorübergehend eingefrorenen Geldern für Kosovo bedeuten. Eine solche Bewertung durch die EU wurde erst durch die ordnungsgemäße Übergabe der lokalen Selbstverwaltung im Nordkosovo ermöglicht, ein Schritt, der in den am Dienstag zu verabschiedenden Schlussfolgerungen voraussichtlich positiv aufgenommen wird.
Die Minister der Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden am Dienstag in Brüssel über den Erweiterungsprozess beraten und voraussichtlich Schlussfolgerungen zu diesem Prozess verabschieden.
In dem Entwurf der Schlussfolgerungen heißt es, der Rat bekräftige seine bisherigen Schlussfolgerungen und begrüße die Aufhebung der verbleibenden Maßnahmen gegen Kosovo. Diese Formulierung ist positiver als frühere, lässt aber offen, was mit den Maßnahmen gegen Kosovo geschehen wird und wann.
Diplomatenkreise erklären, dass der EU-Rat die Maßnahmen zuvor gebilligt habe, ihre Aufhebung aber von der Europäischen Kommission vorgenommen werden müsse.
Unterdessen haben diplomatische Quellen erfahren, dass die Europäische Kommission Pläne vorbereitet, einige der Maßnahmen aufzuheben, nämlich 50 Prozent davon, was finanziell die Freigabe von rund 200 Millionen Euro aus vorübergehend ausgesetzten Geldern für Kosovo bedeuten würde.
Eine solche Bewertung durch die EU wurde erst durch die ordnungsgemäße Übergabe der lokalen Selbstverwaltung im nördlichen Kosovo möglich, was voraussichtlich in den am Dienstag zu verabschiedenden Schlussfolgerungen positiv aufgenommen werden dürfte.
Allerdings besteht die Möglichkeit, dass diese Schlussfolgerungen nicht angenommen werden, und zwar nicht wegen Kosovo, sondern wegen anderer in dem Dokument enthaltener Punkte.
Das Schicksal der Maßnahmen gegen Kosovo hängt nun jedenfalls größtenteils von der Europäischen Kommission ab. Diplomatenkreise berichten jedoch, dass einige Länder eine Aufhebung der Maßnahmen vor den Wahlen am 28. Dezember ablehnen und dass eine Aufhebung schrittweise erfolgen sollte, obwohl die meisten EU-Mitgliedstaaten eine sofortige Aufhebung bevorzugen würden.
In den Schlussfolgerungen für Kosovo, aber auch in denen für Serbien, wird Bedauern darüber geäußert, dass es bei der Umsetzung der im Dialog erzielten Vereinbarungen zu Verzögerungen kommt.
Kosovo wird erneut bekräftigen, dass es voraussichtlich die Gründung des Verbandes der Gemeinden mit serbischer Mehrheit einleiten wird, während Serbien damit beginnen wird, die Dokumente und Symbole Kosovos anzuerkennen und seinen Widerstand gegen die Mitgliedschaft in internationalen Organisationen aufzugeben.
Die EU wird auch ihr Bedauern darüber ausdrücken, dass Serbien keine angemessenen Schritte unternommen hat, um die Verantwortlichen für die Gewalttaten im Jahr 2023, einschließlich der Gewalttaten und Angriffe gegen KFOR-Soldaten, die Medien und die Bevölkerung, vor Gericht zu bringen.