Der serbische Analyst Dusan Janjic sagte in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender, Serbien habe Kosovo de facto anerkannt und der Anschlag in Banjska am 24. September 2023 habe alles zunichtegemacht.
Bezüglich des Verbandes der Gemeinden mit serbischer Bevölkerungsmehrheit sagte Janjic gegenüber „RTK“, dieser sei schlecht präsentiert worden.
Janjic stellte fest, dass der Normalisierungsdialog zwischen Kosovo und Serbien seinen politischen Gehalt verloren hat und sich auf formale Treffen ohne Ergebnisse reduziert hat. Obwohl der Dialog seiner Ansicht nach grundsätzlich blockiert ist, seien in den Beziehungen Serbiens zu Kosovo bereits viele Schlüsselfragen effektiv gelöst worden.
„Serbien hat Kosovo in diesem Prozess de facto anerkannt. Dies ist in den Abkommen und Dokumenten festgehalten. Die Behauptung der ‚Nichtanerkennung‘ dient lediglich internen Zwecken. Belgrad hat nichts mehr zu bieten; mit dem Angriff auf Banjska hat man alles preisgegeben“, sagte Janjic.
Laut Janjic bleiben jedoch zentrale politische Probleme ungelöst. Er ist der Ansicht, dass der Verband der Gemeinden mit serbischer Bevölkerungsmehrheit von Anfang an falsch gegründet wurde und keine nachhaltige Lösung bieten kann.
„Ein Zusammenschluss von Gemeinden mit serbischer Mehrheit ist in dieser Form nicht realisierbar. Kosovo ist bereits dezentralisiert, und das ethnische Modell stellt ein politisches Fiasko dar. Ohne einen klaren institutionellen Status und einen wirksamen Schutz der Rechte der serbischen Gemeinschaft hat Kosovo keine realistische Chance auf eine Mitgliedschaft im Europarat. Es gibt Vorbilder, und Kurti hat sogar das kroatische Modell als akzeptables Beispiel für die Selbstverwaltung von Minderheiten genannt“, betonte Janjic.
Janjic schätzt, dass der Dialog in seiner jetzigen Form ohne einen grundlegenden Strategiewechsel nicht wiederbelebt werden kann. Deshalb ist der Normalisierungsprozess blockiert und hat keine wirklichen Fortschritte erzielt.
„Das Jahr 2025 wurde mit Kaffee statt mit Dialog verbracht. Was der neue Moderator jetzt unternimmt, ist ein bürokratischer Versuch, etwas wiederzubeleben, das in dieser Form nicht wiederbelebt werden kann“, betonte Janjic.