Der Tiranaer Ökonom Ardian Hackaj hat festgestellt, dass die Europäische Union bei der Bewertung von Kandidatenländern oft den Fokus auf bestimmte politische Persönlichkeiten oder Fälle legt, anstatt sich ausschließlich auf institutionelle Standards zu stützen.
In einem Gespräch im Podcast "PIKË" mit dem Publizisten Veton SurroiHackaj äußerte sich zu den Diskussionen über Albaniens Integrationsprozess in die Europäische Union sowie zu Fragen im Zusammenhang mit der Rechtsstaatlichkeit und dem Kampf gegen die Korruption.
Surroi erklärte, der Name der sozialistischen Abgeordneten und ehemaligen Ministerin Belinda Balluku sei in europäischen Kreisen „synonym mit Albanien“ geworden. Länder wie die Niederlande, Frankreich und Deutschland suchten nach konkreten Beweisen dafür, dass niemand über dem Gesetz stehe. Gegen Balluku wird wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt, doch das albanische Parlament lehnte es auf Antrag der SPAK ab, ihre Immunität aufzuheben.
„Albanien hält sich nicht an die IBAR-Richtlinien und kann erst dann Fortschritte erzielen, wenn es klar beweist, dass manche Menschen nicht schutzbedürftiger sind als andere“, sagte Surroi.
Hackaj stimmte der Ansicht zu, dass Politiker bei Verdachtsfällen den Weg für Gerechtigkeit ebnen sollten, betonte aber, dass es sich dabei eher um eine ethische Frage als um eine rechtliche Verpflichtung handle.
„Andererseits zeigt dies manchmal auch den Fokus der EU auf Eigennamen. Das ist sehr einfach zu verstehen und einzubringen“, erklärte er.
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In der Debatte warf Hackaj auch die Frage auf, was geschehen würde, wenn das albanische Parlament einem neuen Antrag der SPAK auf Aufhebung der Immunität von Balluk stattgeben würde.
„Und was dann? Öffnet sich IBAR automatisch?“, fragte er.