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Djukanovic: Die Situation in der Ukraine könnte zu einer neuen Destabilisierung auf dem Westbalkan führen

Der Präsident von Montenegro, Milo Djukanovic, sagte, dass die Lage in der Ukraine zu einer neuen Destabilisierung in Montenegro führen könnte.

In einem exklusiven Interview für TIME sagte Djukanovic, dass Russland versuche, die Doktrin der Zerstörung auf dem gesamten europäischen Kontinent umzusetzen. Djukanovic sagte, dass es für Russland logisch sei, den Westbalkan als Zugangsbasis zur EU zu nutzen.

„Wenn ich sage, dass es eine logische Entscheidung ist, dann deshalb, weil wir hier leider erstens immer noch schwache Staaten mit schwachen Kapazitäten haben und zweitens genug Einwohner mit prorussischen Gesinnungen haben. Daher spielt Russland leider hart mit diesen Menschen und ihren Emotionen und bietet nur an, destruktive Faktoren gegen ihr eigenes Zuhause zu sein, denn wenn Sie zustimmen, im Interesse irgendjemandes zu sein und ein destruktiver Faktor Europas zu sein, untergraben Sie es. Ihr eigenes Zuhause. Wir sind Europäer. Es sollte auch beachtet werden, dass Russland keine Alternative bietet. Vielleicht wäre es interessant zu sehen, ob es noch eine andere geopolitische Idee gibt, die der Idee der europäischen und euroatlantischen Integration entgegensteht, aber das gibt es nicht. Die Idee lautet: „Lasst uns alle gemeinsam in der Zerstörung gegen die europäische Einheit und gegen das europäische Wertesystem vorgehen.“ Leider akzeptieren einige Menschen im Westbalkan diese Art der Manipulation. In Montenegro kennen wir diese Manipulation seit 2016, als hier ein Staatsstreich organisiert wurde, um den Weg Montenegros in die EU und die NATO zu verhindern, und in Montenegro hat diese antieuropäische und zugleich antieuroatlantische Idee endgültig Einzug gehalten ist möglich. Aber ich wiederhole, im Westbalkan gibt es immer noch einen fruchtbaren Boden für diese Art von Zerstörung“, sagte Djukanović.

Djukanovic sagte, Russland habe 2016 versucht, Montenegro vom NATO-Beitritt abzuhalten.

„Im Jahr 2016 versuchte Russland, Montenegro vom NATO-Beitritt abzuhalten, aber es gelang ihm nicht. Daher konnte niemand, vielleicht auch der Naivste, davon ausgehen, dass Russland aufgeben würde. Russland entwickelt diese eigene Politik weiter und versucht nun, diese Doktrin der Zerstörung, im Falle Montenegros, ich vermute auch Nordmazedoniens, erfolgreich zu beweisen, so dass sie ein Land destabilisieren würde, das Mitglied der NATO ist. Wir behalten dies also auf jeden Fall im Hinterkopf und versuchen, durch die Stärkung einiger institutioneller Ordnung im Staat die nötige Widerstandskraft gegen diesen Versuch der externen Dysfunktionalisierung unserer Institutionen sicherzustellen“, sagte Gjukanović.